Winter und Frühling
Vor langer Zeit lebten in einem großen Wald, wo die Winde Lieder sangen, der kalte Winter und der schöne Frühling. Der Winter liebte den weißen Schnee und das glänzende Eis sehr. Der Frühling hingegen brachte bunte Blumen, grüne Bäume und die warme Sonne. Die niedlichen Tiere im Wald tanzten freudig, wenn der Frühling kam. Der Winter blickte mit ein wenig Eifersucht auf diesen Zustand.
Eines Tages ging der Winter zum Frühling und begann voller Stolz zu sprechen. „Ich bin stäker als du, weil sich jeder vor mir fürchtet“, sagte der Winter. „Wenn ich meinen kalten Wind wehen lasse, verstecken sich die Menschen in ihren Häusern“, fügte er hinzu. Der Frühling sah ihn mit einem süßen Lächeln an. „Stärke bedeutet nicht nur, den Menschen Angst zu machen“, sagte der Frühling. „Wenn ich komme, erwacht die Erde und Freude wird geboren“, antwortete sie.
Der Winter wollte seine Macht zeigen, indem er einen rauen Wind wehen ließ. Doch der Frühling lächelte nur mit seiner warmen Sonne. Warme Sonnenstrahlen schmolzen langsam den kalten Schnee. Graue Wolken zogen davon und der Himmel wurde tiefblau. Die Vögel begannen auf den Bäumen zu zwitschern und bunte Blumen begannen zu blühen.
Der Winter verstand die Macht der Liebe und der Wärme. Leise zog er sich zurück und überließ seinen Platz dem Frühling. Sanfte Worte und ein freundliches Gesicht sind immer stärker als Härte. Gut zugeredet, kommt selbst die Schlange aus ihrem Loch.