Freude und Schmerz
Es war einmal jenseits saftig grüner Täler auf dem höchsten Gipfel des Himmels zwei legendäre Wesen. Eines von ihnen war die Goldene Freude, die den Menschen Freude schenkte, und das andere war der Silberne Schmerz, der in dunklen Schatten stand. Wo immer die Freude hinging, hinterließ sie einen süßen Frieden und unendliche Freude in den Herzen der Menschen. Der Schmerz hingegen brachte eine bittere Traurigkeit und eine schwere Stille, wo immer er berührte. Die Menschen liefen immer der Freude nach und wollten den Schmerz völlig von ihren Ländern fernhalten.
Eines Tages ging die Freude in hellen Kleidern mit einem arroganten Lächeln auf den Schmerz im Schatten zu. "Die Menschen lieben nur mich, und niemand kann deine Anwesenheit ertragen", sagte sie stolz. Der Schmerz antwortete mit ruhiger Stimme: "Der Wert deiner Existenz wird erst verstanden, wenn er in meiner Abwesenheit vergessen wird." Als dieser unerbittliche Streit zwischen ihnen wuchs, traten sie vor den weisen Richter des Universums, um die Angelegenheit zu lösen. Der weise Richter saß auf seinem Thron und hörte sich die Beschwerden dieser beiden gegensätzlichen Wesen aufmerksam an.
Die Freude verlangte, der alleinige Herrscher der Erde zu sein und dass der Schmerz völlig verbannt werde. Der Schmerz hingegen argumentierte, dass die Menschen bei einer Störung des Gleichgewichts in falschem Glück verloren gängen. Nachdem er lange nachgedacht hatte, verstand der Richter, dass es unmöglich war, beide zu versöhnen. Daraufhin verband der weise Richter die beiden mit einem silbernen Lichtstrahl aus seinem Zauberstab. "Von nun an werdet ihr zwei euch wie ein einziger Körper bewegen und euch niemals vollständig voneinander trennen", befahl er.
Von diesem Tag an, wann immer die Freude durch eine Tür trat, glitt der Schmerz sofort direkt hinter ihr her. So lernten die Menschen die Traurigkeit kennen, die sich hinter der Freude verbirgt, und die Erleichterung am Ende der Traurigkeit. Die beiden ewigen Rivalen ergänzten sich und wurden zu einem unveränderlichen Teil des Lebens auf Erden. Jeder Mensch, der die süße Frucht des Lebens kostet, muss auch die Bitterkeit in ihrem Kern akzeptieren. Wer die Rose liebt, muss auch ihre Dornen ertragen.