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Die zwei Hähne und der Falke

Niveau B2 · 303 Wörter

Die zwei Hähne und der Falke

Es war einmal ein großer Bauernhof hinter den grünen Tälern, auf dem zwei stolze Hähne lebten. Der eine hatte leuchtend rote Federn, der andere schwarze Flügel, so dunkel wie die Nacht. Alle Hühner des Bauernhofs betrachteten den anmutigen Gang dieser beiden prächtigen Hähne mit Bewunderung. Doch diese beiden stolzen Hähne konnten es nie annehmen, denselben Hof zu teilen. Jeden Morgen bei Sonnenaufgang begann ein erbitterter Wettstreit darüber, wer lauter krähen würde. Eines Tages ging ihre Geduld zu Ende, und sie beschlossen zu kämpfen, um der einzige Herr des Hofes zu werden.

Wütend mit den Flügeln schlagend, stürzten sie sich plötzlich mit ihren spitzen Sporen aufeinander. Die Tiere des Bauernhofs hielten den Atem an und verfolgten diesen erbitterten und staubigen Kampf mit großer Aufregung. Am Ende des langen und heftigen Kampfes fügte der rote Hahn seinem Rivalen eine schwere Niederlage zu. Der schwarze Hahn versteckte sich vor Schmerz und Angst in der Ecke eines dunklen Hühnerstalls. Der siegreiche rote Hahn blähte stolz seine Brust auf und kletterte sofort auf das hohe Dach der Scheune. Freudig mit den Flügeln schlagend, rief er aus vollem Halse: „Ich bin der stärkste Anführer dieses Hofes!“

Sein Krähen, das er mit stolzer Stimme wiederholte, begann im ganzen Tal widerzuhallen. Doch ein hungriger Falke, der am Himmel schwebte, bemerkte diese laute und hochmütige Stimme sofort. Mit seinen scharfen Augen zielte er auf den prächtigen Hahn auf dem Dach und stürzte sich plötzlich hinab. Der rote Hahn, der noch immer seinen Sieg feierte, verschwand in den starken Krallen des Falken, bevor er überhaupt begriff, was geschah. Der schwarze Hahn, der merkte, dass die Gefahr vorüber war, kam langsam aus der dunklen Ecke heraus, in der er sich versteckt hatte. Von jenem Tag an lebte er in Frieden als der neue Herr des Bauernhofs. Unzeitige Überheblichkeit und übermäßiger Stolz können selbst im süßesten Augenblick des Sieges ins Unglück führen. Wer niedrig fliegt, landet hoch, und wer hoch fliegt, landet niedrig.