Die tanzenden Affen
Es war einmal in einem fernen Königreich, in dem Paläste mit goldenen Dächern aufragten, ein alter und neugieriger König. In den Gärten dieses Palastes lebten niedliche und intelligente Affen, die aus den Tiefen des Waldes gebracht worden waren. Der König träumte davon, diese Affen wie Menschen zu erziehen und dem Palastvolk prächtige Vorführungen zu präsentieren. Die besten Tanzlehrer des Landes brachten diesen Tieren monatelang bei, mit feinen Schritten zu tanzen. Mit der Zeit lernten die Affen, schicke Seidenkleider zu tragen und die Menschen mit höflichen Verbeugungen zu grüßen.
Als der große Balltag kam, quoll der Palast des Königs vor glänzenden Kandelabern und schicken Gästen über. Die Affen, die die Bühne betraten, begannen in ihren Samtkleidern und Halsketten eine ungeheure Anmut zu zeigen. Die Adligen im Saal applaudierten voller Erstaunen, während der König stolz lächelte. Ein Besucher im Publikum flüsterte: "Oh mein Gott, sie bewegen sich wie ausgebildete Menschen!" Ein kluger Wesir, der hinter der Menge stand, wusste jedoch sehr wohl, dass dieses falsche Aussehen nicht lange anhalten würde.
Der Wesir warf heimlich eine Handvoll frischer Haselnüsse und Walnüsse aus seinem Umhang mitten auf die Bühne. Köstliche Haselnüsse mit harter Schale rollten auf dem glänzenden Marmorboden bis vor die tanzenden Affen. Die Affen, die noch eben der Musik lauschten, hielten einer nach dem anderen an und begannen, das Essen auf dem Boden anzusehen. Als die Affen das Essen sahen, vergaßen sie sofort alle Ausbildungen und höflichen Manieren, die sie erhalten hatten. Sie rissen gierig ihre schweren Seidenkleider ab und begannen untereinander zu kämpfen, um die Haselnüsse zu schnappen.
Der schicke Saal versank plötzlich in ein völliges Chaos aus Schreien, Lärm und in der Luft fliegenden Stofffetzen. Während der König beschämt den Kopf senkte, erkannten die Gäste, dass die Erziehung gegenüber der Macht der Natur unzureichend war. Geliehene Kleider und vorübergehende Erziehung können niemals den wahren Charakter im Kern eines Lebewesens verändern. Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm.