Die Stadt der Affen
Es war einmal am Rande eines unberührten Waldes, in dem riesige Bäume bis in den Himmel ragten, lebten Affen. Sonnenlicht sickerte durch die Blätter und flüsterte den Bewohnern des Waldes fröhliche Lieder zu. Die in dieser magischen Geografie lebende Affengemeinschaft sprang den ganzen Tag von Ast zu Ast und pflückte Früchte. Ihr Anführer, ein ehrgeiziger Affe, blickte jedoch neidisch auf die prächtigen Steinbauten im benachbarten Königreich. Eines Tages beschlossen sie schließlich, den Menschen nachzueifern und sich eine gewaltige Stadt zu bauen.
Der Anführer-Affe kletterte auf einen hohen Felsen und schrie der Menge aufgeregt zu. "Auch wir können wie die Menschen eine große Stadt mit starken Mauern bauen!", sagte er. Ein alter und erfahrener Affe trat besorgt vor und ergriff das Wort. "Eine Stadt zu bauen bedeutet nicht nur Steine zu stapeln; es erfordert Ordnung und Geduld", warnte er. Die jungen Affen zogen es vor, sofort an die Arbeit zu gehen, ohne auf diese weisen Worte zu hören. Sie trugen riesige Steine, schlammige Äste und Schlingpflanzen aus allen vier Ecken des Waldes herbei.
Da sie jedoch keinen Plan machten, versuchte jeder nach seinem eigenen Kopf Mauern zu bauen. Manche wollten einen hohen Turm, während andere versuchten, einen breiten Palast zu errichten. Am Ende des Tages entstand ein seltsamer Steinhaufen ohne Fundament, der instabil dastand. Als die Nacht anbrach, erschütterten ein plötzlicher harter Wind und heftiger Regen den Wald. Diese schwachen Mauern, die ohne Mühe und Regeln errichtet worden waren, konnten dem heftigen Wind nicht standhalten.
Die Steine stürzten mit großem Lärm ein, und die gebaute Stadt wurde im Nu zerstört. Die Affen, die kaum mit dem Leben davonkamen, erkannten schließlich, dass große Dinge nicht ohne Einhaltung von Regeln erreicht werden können. Sie gaben ihren Traum von einer Stadt auf und kehrten in ihr grünes Zuhause zurück, zu den sicheren Ästen der Bäume. Echter Erfolg wird nicht nur durch Begeisterung erzielt, sondern durch Disziplin, Verstand und eine solide Ordnung. Wer fragt, der führt.