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Die Schwalbe und die Krähe

Niveau A2 · 222 Wörter

Die Schwalbe und die Krähe

Vor langer Zeit lebten zwei sehr verschiedene Vögel in einem schönen Garten voller Blumen. Der eine war eine kleine Schwalbe mit feinen und eleganten Federn. Der andere war eine kluge Krähe mit schwarzen und starken Federn. An sonnigen Tagen flog die Schwalbe fröhlich und war stolz auf ihre Schönheit. Die Krähe saß ruhig auf einem Ast und beobachtete alles ganz genau. Eines Tages landete die Schwalbe neben der Krähe und zeigte ihre glänzenden Federn.

Stolz sagte die Schwalbe: „Meine Federn sind der schönste Schmuck im Frühling.“ „Deine schwarzen Federn aber sehen sehr dunkel und hässlich aus.“ Die Krähe ärgerte sich über diese Worte nicht und lächelte leise. Die Krähe antwortete: „Deine Federn sehen im Sommer schön aus.“ „Aber meine dicken Federn schützen mich an kalten Wintertagen.“ Die Schwalbe hörte der Krähe nicht zu und sang weiter fröhlich.

Ein paar Monate später endete der warme Sommer und ein eisiger Winter kam. Harte Winde bliesen und weißer Schnee bedeckte den ganzen Garten. Die elegante Schwalbe zitterte vor Kälte und konnte kaum noch fliegen. Die Krähe aber saß dank ihrer dicken schwarzen Federn ruhig im warmen Nest. Traurig verstand die Schwalbe, dass Schönheit allein an schweren Tagen nicht reicht. Der wahre Wert, der uns an schweren Tagen schützt, ist viel kostbarer als jeder kurze Schmuck. Ein Pickel reicht, um die Schönheit zu zerstören, und ein Funke reicht, um den Reichtum zu verbrennen.