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Die Schwalbe im Gerichtshaus

Niveau A2 · 194 Wörter

Die Schwalbe im Gerichtshaus

Vor langer Zeit lebte eine Schwalbe in einer hübschen Stadt am blauen Meer. Jeden Morgen sang dieser fröhliche Vogel helle Lieder. Mitten in der Stadt stand ein großes Gerichtshaus aus Stein. Die Menschen kamen hierher, um ihre Sorgen zu lösen und Recht zu finden. Die Schwalbe hielt dieses Haus für sehr sicher und ruhig. An einem Frühlingstag suchte die Mutterschwalbe einen sicheren Platz für ihre Eier.

„Das Gerichtshaus ist der sicherste Platz“, dachte sie. Schnell baute sie unter dem Dach ein kleines Nest aus Lehm. Bald kamen drei kleine, süße Küken im Nest zur Welt. Die Mutterschwalbe flog fröhlich davon und suchte Futter. Doch da kroch eine listige Schlange die Wand hinauf zum Nest. Die böse Schlange erreichte das Nest und fraß die kleinen Küken.

Die Mutter kam zurück, fand keine Küken und fühlte großen Schmerz. Unter Tränen setzte sie sich auf einen hohen Ast und klagte laut. „Ich suchte Schutz hier, wo alle Menschen Recht finden“, sagte sie. „Doch sogar am Tor vom Gericht geschah mir großes Unrecht.“ Der Wind trug ihre traurige Stimme durch die ganze Stadt. Das Böse findet uns sogar an den sichersten Orten. Auch das vorsichtigste Auge bekommt einmal Staub hinein.