Die Reisenden und die Platane
An einem heißen Sommertag wanderten zwei müde Reisende auf einer langen Straße. Die Sonne stand sehr hell am Himmel und die Luft war unglaublich heiß. Die Reisenden suchten einen großen Baum zum Ausruhen und Abkühlen. Am Rand der Straße sahen sie eine alte Platane, riesig und voller Blätter. Sofort liefen sie in den breiten Schatten und setzten sich ins grüne Gras. Sie spürten den kühlen Wind, atmeten tief und wurden sehr glücklich.
Nach einer Weile schaute einer der Reisenden hinauf zu den Ästen des Baumes. Er drehte sich zu seinem Freund und sprach mit gelangweilter Stimme. „Diese Platane ist wirklich ein nutzloser Baum, sie taugt zu nichts“, sagte er. „Sie hat keine Frucht zum Essen und gibt uns kein Brot“, fügte er hinzu. Der andere Reisende nickte und gab seinem Freund recht. Der Baum hörte die ungerechten Worte, wurde sehr traurig und begann plötzlich zu sprechen.
„Ihr seid wirklich sehr undankbare und gedankenlose Menschen!“, sagte die Platane. „Jetzt ruht ihr in meinem kühlen Schatten, aber ihr redet trotzdem schlecht über mich“, fuhr sie fort. „Ihr nehmt meine Hilfe, darum ist es nicht richtig, mich nutzlos zu nennen“, sagte sie. Die zwei Reisenden hörten diese klugen Worte, schämten sich und sagten nichts. Wir müssen den Wert der Dinge kennen, die uns helfen. Wirf keinen Stein in den Brunnen, aus dem du trinkst.