Die Raupe und die Schlange
Vor langer Zeit lebte eine kleine Raupe am Rande eines alten Waldes, wo kühle Wasser flossen. Diese Raupe krabbelte langsam zwischen grünen Blättern und aß süße Früchte. Jedes Tier im Wald liebte ihre winzige und niedliche Art sehr.
Doch die kleine Raupe wollte immer langer und stäker aussehen. Jeden Morgen blickte sie auf hohe Bäume und träumte von einem größeren Körper.
An einem sonnigen Nachmittag legte sich eine alte Schlange auf einen dicken Ast und schlief ein. Die Schlange war sehr lang und ihre Haut glänzte hell in der Sonne. Die kleine Raupe betrachtete den langen und prächtigen Körper der Schlange voller Bewunderung. Sie sagte sich: „Ich muss auch so lang sein wie sie.“
Sogleich wechselte sie auf den Ast neben der Schlange und begann ihren Körper zu strecken. Mit aller Kraft zog sie sich nach vorne und dehnte sich. Nach einer Weile begann der Raupe der Körper sehr wehzutun. Dennoch gab sie nicht auf und strengte sich noch mehr an. Schließlich konnte der kleine Körper der Raupe dieser Belastung nicht mehr standhalten. Geschwächt rollte die Raupe voller Schmerzen auf das Blatt.
Die erwachende Schlange lächelte und sah die kleine Raupe an. Die Schlange sagte: „Jeder hat seine eigene Schönheit.“ Die kleine Raupe bereute ihre Tat und akzeptierte ihre eigene Größe.
Anstatt zu versuchen, wie andere zu sein, sollten wir unseren eigenen Wert kennen und wir selbst sein. Wer auf fremdem Pferd reitet, steigt bald ab.