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Die Ochsen, die Mist trugen

Niveau C1 · 359 Wörter

Die Ochsen, die Mist trugen

Es war einmal in einem reizenden anatolischen Dorf, in dem duftende Blumen blühten, da lebten zwei mächtige Ochsen. Diese beiden Freunde, bekannt für ihre kräftigen Muskeln und ihren geduldigen Blick, waren dem Dorfbewohner bei jeder schweren Arbeit vom Pflug bis zum Karren der größte Helfer. An einem lauen Frühlingsmorgen wurden sie vor einen schweren Karren voller Dung und Mist gespannt, damit die Felder fruchtbar würden. Während die Sonne am Himmel emporstieg, begann das Knarren der Räder in der weiten Ebene widerzuhallen. Doch der Geruch der feuchten Erde und der schweren Last hatte die Laune des jungen Ochsen gründlich verdorben. Der junge Ochse rümpfte die Nase und versuchte, die Fliegen, die sich über ihnen sammelten, mit seinem schwingenden Schwanz zu verjagen. Er wandte sich an seinen alten und erfahrenen Gefährten und begann zornig zu murren.

"Wir, die wir mächtige Tiere sind, warum müssen wir diese stinkende Last tragen?", fuhr er auf. "Die anderen Tiere, die des Weges kommen, schauen uns an und spotten, unser Ansehen wird zerstört!", fuhr er mit seiner Klage fort. Er fühlte sich unter der schweren Last zermalmt und schleppte bei jedem Schritt seine Füße ein wenig mehr. Der weise Ochse aber ging ruhig und mit würdevoller Haltung weiter, ohne seinen Schritt im Geringsten zu verändern. Er blickte seinen jungen Freund liebevoll an und holte tief Luft. "Diese hässliche Last, die du siehst, ist, so wertlos sie von außen auch scheinen mag, die verborgene Quelle des Lebens", sagte er. "Wenn wir diesen Boden nicht nähren, werden weder die Ähren emporwachsen noch wird warmes Brot auf unseren Tisch kommen", fügte er hinzu.

Als sie das Feld erreichten, verteilte der Bauer den Mist vom Karren sorgfältig auf der frisch gepflügten Erde. Jener reiche und großzügige Geruch der Erde ersetzte den unangenehmen Geruch von eben durch einen süßen Frieden. In jenem Augenblick begriff der junge Ochse, dass seine eigene Mühe sich in Zukunft in ein sattgrünes Meer von Saaten verwandeln würde. Beschämt senkte er den Kopf, entschuldigte sich bei seinem alten Gefährten und kehrte stolz zurück. Von nun an hatte er gelernt, nicht auf das Aussehen seiner Arbeit zu schauen, sondern auf den Segen, den sie brachte. Selbst in der bescheidensten Mühe verbirgt sich ein großer Wert, der die Keime der Zukunft nährt. Ohne Mühe gibt es keinen Segen.