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Die Nachtigall und die Schwalbe

Niveau A2 · 233 Wörter

Die Nachtigall und die Schwalbe

Vor langer Zeit lebte am Rande eines alten Waldes, wo kühle Wasser flossen, eine fröhliche Nachtigall. Jeden Morgen saß diese süße Nachtigall auf einem Baumzweig und sang wunderbare Lieder. Eines Tages näherte sich ihr eine niedliche Schwalbe, die schnell flog. Die Schwalbe sah die Nachtigall an und begann fröhlich zu zwitschern.

„Warum kommst du nicht auf die Dächer der Häuser, in denen Menschen leben?“, fragte die Schwalbe. „Wenn du nahe bei den Menschen lebst, hört jeder deine Stimme und wird dich sehr lieben“, fügte sie hinzu. Die Sänger-Nachtigall schüttelte langsam den Kopf und antwortete mit trauriger Stimme. „In der Vergangenheit habe ich unter Menschen gelebt, aber unter großen Schmerzen habe ich meine Stimme verloren“, sagte sie. „Obwohl die Menschen mein Lied liebten, sperrten sie mich in einen Käfig und nahmen mir die Freiheit“, erklärte sie.

„Deshalb, wann immer ich die Menschen und ihre Häuser sehe, erinnere ich mich an diese schlechten alten Tage“, sagte die Nachtigall. „Wenn ich dort lebe, geht meine Ruhe verloren; hier frei zu singen reicht mir“, fügte sie hinzu. Während die Nachtigall ihr fröhliches Lied fortsetzte, entfernte sich die Schwalbe leise von dort. Ein Mensch möchte sich von Orten und Erinnerungen fernhalten, die ihm in der Vergangenheit Schmerz bereitet haben.

Bittere Erfahrungen reichen aus, um einen Menschen vorsichtiger und umsichtiger zu machen. Gebranntes Kind scheut das Feuer. Durch Schaden wird man klug. Wer Gutes tut, dem widerfährt Gutes. Eigener Herd ist Goldes wert. Freiheit ist wertvoller als alles andere.