Die Nachtigall und der Habicht
Eine kleine Nachtigall, die fröhlich auf einem Baumast sang, wurde plötzlich von einem jagenden Habicht gefangen. In den scharfen Krallen des Habichts zappelnd, sagte die Nachtigall, sie sei zu klein, um seinen Hunger zu stillen. Die Nachtigall bat den Habicht süßlich, sie freizulassen, da er in Zukunft größere Vögel jagen könne. Der Habicht lachte über die schlaue Bitte der Nachtigall und gab eine weise Antwort.
"Ich bin nicht so dumm, die kleine Beute in meiner Hand loszulassen, um einer großen Beute nachzujagen, die ich noch nicht gefangen habe", sagte er. Der Habicht verließ seinen sicheren Teil in der Hand nicht, um ungewissen zukünftigen Hoffnungen nachzujagen. Das Zappeln der Nachtigall nützte nichts, und der Habicht fraß seine Beute genüsslich. Ein hungriger Mensch gibt den kleinen, sicheren Besitz in der Hand nicht auf, um ungewissen Träumen nachzujagen.
Ein Vogel in der Hand ist besser als zwei auf dem Dach. Ein sicheres Wenig ist besser als ein ungewisses Viel. Greifbarer Besitz in der Hand ist wertvoller als ein Traum. Ungewisser zukünftiger Reichtum lässt einen das heutige Wenig nicht vergessen.
Opfere deinen gegenwärtigen Teil nicht für einen Traum. Zufriedenheit mit dem Gegebenen ist weise. Täusche dich nicht am Schatten und verliere das Fleisch.