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Die Kröte und der grüne Frosch

Niveau C1 · 372 Wörter

Die Kröte und der grüne Frosch

Vor langer Zeit lebten an einem klaren Teich, wo smaragdgrüne Schilfrohre flüsterten, zwei Freunde. Der eine war der liebenswerte Grüne Frosch, der die Farbe des Himmels auf seinem Rücken trug, der andere die würdevolle Schwarze Kröte, die die Geduld der Erde verkörperte. Der Grüne Frosch glitt wie ein Schwan über die Seerosenblätter und bezauberte mit seinen anmutigen Sprüngen alle ringsum. Die Schwarze Kröte hingegen blieb mit ihrer rauen Haut und ihren schwerfälligen Schritten stets im Schatten und betrachtete diese Begabung ihres Freundes mit Neid. An einem heißen Sommernachmittag glänzte die Oberfläche des stillen Wassers beinahe wie ein goldener Spiegel. Während der Grüne Frosch fröhlich ans andere Ufer des Flusses sprang, konnte er es nicht lassen, seinen Freund zu necken.

"Warum versteckst du dich ständig im Schlamm, wo du doch wie ich frei gleiten könntest?", rief er. Die Schwarze Kröte seufzte und sagte: "Mein Körper ist schwer, ich kann mich nicht wie du leicht erheben und in die Wasser tauchen." Die Schwarze Kröte, die dem Drängen ihres Freundes nicht standhalten konnte, kletterte auf die Spitze des hohen Felsens, der an der tiefsten Stelle des Flusses stand. Sie holte tief Luft und ließ sich in die Arme der brausenden Wasser fallen, doch die Strömung begann sie rasch zu verschlingen. Der leichte Grüne Frosch konnte den starken Wellen nicht widerstehen und stieß, hilflos am Ufer zappelnd, Hilfeschreie aus. In diesem Augenblick klammerte sich die Schwarze Kröte, die an das Gehen auf dem Land gewöhnt war, mit ihrer dicken Haut und ihren starken Füßen an die Felsen am Grund.

Mit großer Mühe gelang es ihr, ihren fortgerissenen Freund zu packen und ihn zum sicheren schlammigen Ufer zu ziehen. Als sie ans Ufer kamen, zitterte der Grüne Frosch vor Angst und blickte seinen Retter voller Bewunderung an. "Wäre dein schwerer Körper, den du nicht magst, und dein starker Halt nicht gewesen, so wären wir jetzt beide untergegangen", sagte er flüsternd. Zum ersten Mal fühlte die Schwarze Kröte tief den Wert ihres eigenen Daseins und ihrer an die Erde gebundenen Natur. Sie hatte begriffen, dass jedes Lebewesen mit seiner eigenen Schönheit und seiner eigenen Begabung einen einzigartigen Platz in diesem Weltall hat. Von jenem Tag an lebten die beiden Freunde weiter in Frieden und empfanden tiefen Respekt vor den Unterschieden des anderen. Jeder ist wertvoll durch die einzigartigen Vorzüge, die seine eigene Natur bietet. Die Krähe wollte wie das Rebhuhn gehen und verlernte ihren eigenen Gang.