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Die Hündin und ihre Welpen

Niveau B2 · 320 Wörter

Die Hündin und ihre Welpen

Es war einmal am Rande eines alten Waldes, wo kühle Wasser flossen, eine warme Hütte. In dieser gemütlichen Hütte lebte ein großzügiger und gutherziger Hund namens Karabaş. An einem Herbstabend, als draußen ein Sturm tobte, kam eine trächtige Hündin an seine Tür. Der arme Gast bat Karabaş mit fröstelndem Leib und hilflosem Blick um einen Platz, wo sie für ein paar Tage unterkommen könne. Karabaş tat der Zustand seines Gastes sehr leid, und er öffnete ihr gern sein eigenes Heim. Kurze Zeit später brachte die Hündin ihre winzigen und lieben Welpen zur Welt.

Karabaş half ihnen, bis die Welpen groß waren, und nahm es hin, im Garten der Hütte zu schlafen. Die Wochen vergingen schnell, und aus den kleinen Welpen wurden große und starke erwachsene Hunde. Als die kalten Wintertage vor der Tür standen, wollte Karabaş in sein eigenes warmes Heim zurückkehren. Er trat höflich zu der Hündin und fragte: "Deine Welpen sind nun groß; gibst du mir mein Heim zurück?" Doch die Hündin sah Karabaş an, ohne dass von ihrer alten Dankbarkeit noch eine Spur geblieben wäre. "Meine Kinder und ich haben es hier sehr bequem, und wir haben nicht die Absicht, irgendwohin zu gehen", sagte sie kalt.

Karabaş widersprach erstaunt: "Aber ich habe euch an eurem schweren Tag gütig aufgenommen." Die Hündin aber zeigte die Zähne und antwortete: "Wenn du uns von hier vertreiben willst, musst du gegen uns fünf auf einmal kämpfen." Als Karabaş das zahlreiche und starke Rudel vor sich sah, begriff er, dass er allein nichts ausrichten konnte. Mit Kummer erkannte er, welch großer Fehler es gewesen war, seine Hütte aus einem einzigen Augenblick des Mitleids zu teilen. Unrecht erlitten, senkte er den Kopf und musste sich von jener schönen warmen Hütte entfernen. Karabaş, der für seine Großzügigkeit Undank erntete, schwor, Unbekannten nie wieder grenzenlose Macht zu geben. Eine unbedacht erwiesene Wohltat kann einen manchmal das eigene Heim und den eigenen Frieden kosten. Füttere die Krähe, und sie hackt dir das Auge aus.