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Die Grille und die Eule

Niveau B2 · 338 Wörter

Die Grille und die Eule

Es war einmal in den Tiefen eines alten Waldes, wo kühle Wasser flossen, eine alte Eule. Dieser kluge Vogel schlief tagsüber in der Höhle einer alten Eiche und ging nachts auf die Jagd. An einem heißen Sommernachmittag setzte sich eine fröhliche Grille auf die Zweige derselben Eiche. Die Grille begann mit lauter Stimme zu singen und alle um sich herum zu stören. Dieser schrille Lärm vertrieb den süßen Schlaf der alten Eule, die sich in ihrer Höhle ausruhen wollte, vollständig. Die Eule streckte ihren Kopf aus der Höhle und rief der Grille höflich zu. „Bitte mach eine kleine Pause mit deinem Lied, denn ich muss tagsüber ruhen“, sagte sie.

Doch die stolze Grille wurde vor dieser höflichen Bitte noch frecher. „Ich habe die wunderbarste Stimme der Natur und ich singe, wann ich will“, rief sie. Das Insekt hob seine Stimme noch höher und hatte Freude am Zorn der Eule. Die schlaue Eule, die verstand, dass Worte nichts nützen würden, machte sofort einen klugen Plan. Sie setzte ein sanftes Lächeln auf ihr Gesicht und näherte sich dem Insekt wieder mit einem süßen Tonfall. „Weil ich äußerst schlaflos war, habe ich die Schönheit deiner Stimme zuerst nicht ganz bemerkt“, sagte sie. „Jetzt, da ich zuhöre, verstehe ich, dass deine Melodie so bezaubernd ist, dass sie sogar die Nachtigallen neidisch machen würde.“

„In meiner Höhle gibt es einen wunderbaren Honigsirup, ein Geschenk der Götter an mich; komm, lass uns zusammen trinken.“ Von diesem süßen Lob geschmeichelt, ahnte die Grille die Schlauheit der Eule überhaupt nicht. Sie flog eifrig zum Eingang der Höhle, um den Sirup zu kosten und das Lob aus der Nähe zu hören. Sobald die Grille ihren Fuß in die dunkle Höhle setzte, fing die Eule sie mit einer plötzlichen Bewegung. Die Eule verschluckte dieses gedankenlose Insekt, das sie gestört hatte, auf einen Schlag und stellte die Stille wieder her. Dann zog sie sich in ihre Höhle zurück und setzte ihren friedlichen Schlaf glücklich dort fort, wo sie aufgehört hatte. Gedankenloser Stolz und das Hereinfallen auf falsches Lob ziehen den Menschen in sein eigenes Unglück. Eine sanfte Zunge lockt die Schlange aus ihrem Loch.