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Die gebärende Sau und der Wolf

Niveau B2 · 364 Wörter

Die gebärende Sau und der Wolf

Es war einmal am Rand eines alten Waldes, wo kühles Wasser floss, eine Schweinemutter. Diese liebe Mutter wartete ungeduldig auf den Tag, an dem sie ihre winzigen Jungen mit der guten Nachricht des Frühlings in die Arme nehmen würde. Im Schatten einer mit Moos bedeckten Eiche hatte sie sich ein weiches und sicheres Nest bereitet. Doch der schlaue Wolf, der heimlich in den Tiefen des Waldes umherstreifte, verfolgte diese Lage aus der Ferne. Der hungrige Wolf machte Pläne, die Mutter mit süßen Worten zu täuschen und eine leichte Beute zu bekommen. Als die Wehen der Schweinemutter begannen, schlich der schlaue Wolf sofort bis an die Tür des Nestes. Mit einem falschen Lächeln im Gesicht begann er mit seiner freundlichsten und zärtlichsten Stimme zu sprechen.

„Liebe Nachbarin, ich bin hier, um dir in diesem schweren Moment zu helfen“, sagte der Wolf. „Wenn du es erlaubst, kann ich bei der Geburt deiner Jungen deine Hebamme sein und sie beschützen.“ Damit seine Worte glaubhaft wirkten, vergaß der Wolf nicht, die Schweinemutter mit unschuldigen Augen anzusehen. Doch die kluge Schweinemutter hatte die Gefahr hinter diesem Angebot des Wolfes gespürt, das voller Güte schien. Weil sie die grausame Absicht ihres Feindes kannte, atmete sie tief ein, ohne Angst zu zeigen. „Danke für dein freundliches Angebot, aber ich brauche keine Hilfe“, antwortete sie entschlossen. „Der größte Gefallen, den du mir jetzt tun kannst, ist, sofort von hier wegzugehen.“

Der Wolf, der verstand, dass sein Plan zerstört war, bestand darauf und versuchte, dem Nest einen Schritt näher zu kommen. Doch die Schweinemutter zeigte mit fester Haltung ihre scharfen Zähne und richtete sich mit Stolz auf. „Solange du neben mir bist, sind meine Jungen, die geboren werden, nicht sicher, aber wenn du gehst, können wir Frieden finden“, fügte sie hinzu. Der schlaue Wolf, überrascht von der mutigen und festen Haltung der Mutter, konnte nicht mehr drängen. Der Wolf, der annahm, dass er seine Beute nicht bekommen konnte, senkte ohne Hoffnung den Kopf, klemmte seinen Schwanz ein und ging von dort weg. Und die Schweinemutter brachte ihre winzigen Jungen in Sicherheit zur Welt und umarmte sie mit Liebe. Sich nicht von der falschen Güte böser Menschen täuschen zu lassen, ist der sicherste Weg, die zu schützen, die wir lieben. Traue dem süßen Wort des Feindes nicht und auch nicht der Sonne des Winters.