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Die drei Wünsche

Niveau C1 · 354 Wörter

Die drei Wünsche

Es war einmal, am Rande eines tiefen Waldes, der von frohem Vogelgesang widerhallte, lebte ein armer Holzfäller. Dieser bescheidene Holzfäller und seine lächelnde Frau dankten jeden Abend für ihr Los, obwohl sie von sehr wenigem lebten. Eines Abends nahm sich der Mann vor, eine prächtige Eiche zu fällen, deren Stamm von jahrhundertealtem Efeu umwunden war. In dem Augenblick, als er seine Axt hob, erschien plötzlich aus der Höhlung des Baumes eine winzige, glitzernde Waldfee. Die Fee versprach dem Holzfäller, dass sich die ersten drei Wünsche erfüllen würden, wenn er ihr Leben verschonte. Vor Freude fliegend, machte sich der Holzfäller auf den Heimweg und überbrachte seiner Frau sogleich die frohe Botschaft.

Die beiden Gefährten dachten lange darüber nach, wie sie diese einzigartige Gelegenheit nutzen sollten, die ihr Leben völlig verändern würde. Doch als die Zeit des Abendessens kam, sah der Mann die schlichte Suppe auf dem Tisch und bekam schrecklichen Hunger. Ohne nachzudenken rief er aus: "Ich wünschte, wir hätten eine herrlich duftende, köstliche Wurst auf unserem Tisch!" In diesem Augenblick fiel mit einem hellen Licht, das in der Luft erschien, eine warme Wurst mitten auf den Tisch. Seine Frau war erzürnt, dass ein so kostbarer Wunsch für eine so einfache Speise vergeudet worden war, und fuhr ihren Mann an. Die Frau, die über die Unbedachtheit ihres Mannes kochte, schrie: "Ich wünschte, diese Wurst bliebe dir an der Nase kleben!"

Auch der zweite Wunsch wurde sogleich erfüllt, und die riesige Wurst klebte fest an der Nasenspitze des Mannes. So sehr sich der Mann auch bemühte, er wurde die schmackhafte, aber beschämende Wurst an seiner Nase nicht los. Das Paar, das von großem Reichtum geträumt hatte, wusste angesichts dieses unerwarteten Unglücks nicht, was es tun sollte. Die ratlosen Eheleute begriffen, dass ihnen nichts anderes übrig blieb, als den letzten Wunsch richtig zu gebrauchen. Der Holzfäller flehte: "Bitte lass diese Wurst von meiner Nase fallen und lass uns in unseren früheren Zustand zurückkehren." Sobald der letzte Wunsch gesagt war, verschwand die Wurst aus den Augen, und das Paar atmete tief erleichtert auf. Übereilte Entscheidungen, die aus Zorn und Gier getroffen werden, vernichten die großen Gelegenheiten, die der Mensch in Händen hält. Wer den Pfennig nicht ehrt, ist des Talers nicht wert.