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Die Ameise

Niveau A2 · 230 Wörter

Die Ameise

Vor langer Zeit lebte in einem kleinen Dorf ein sehr gieriger Bauer. Dieser Bauer hatte viel Weizen und Obst auf seinem eigenen Feld. Aber er war mit seiner eigenen Ernte nie zufrieden. Jede Nacht ging er heimlich auf die Felder der Nachbarn und stahl ihr Getreide. Die Dorfleute sahen die leeren Felder und wurden sehr traurig und erstaunt. Der Bauer versteckte den Weizen in seiner dunklen Kammer und lachte.

Eines Abends kam ein weiser alter Mann zu dem Bauern. Der alte Mann fragte ihn: "Reicht dir deine eigene Arbeit nicht?" Der Bauer sagte stolz: "Fremdes Gut schmeckt mir immer süßer." Nach dieser Antwort wurde der alte Mann sehr zornig und schlug mit dem Stab auf den Boden. In diesem Moment blitzte ein großes Licht und der Bauer wurde plötzlich kleiner. Der alte Mann sagte: "Von nun an trägst du dein Leben lang fremdes Korn."

Bevor der Bauer etwas verstand, wurde er zu einer winzigen Ameise. Nun musste er mit seinem ganz kleinen Körper über die Erde laufen. Seine alte Gewohnheit blieb, darum suchte er weiter Weizenkörner auf den Feldern. Tag und Nacht musste er Lasten tragen, die größer waren als er selbst. Für das fremde Brot bezahlte er mit einem müden Leben. Am Ende verstand die Ameise: Die Gier brachte ihm kein Glück. Wer nach fremdem Gut greift, verliert am Ende auch das eigene. Der Bauch des Gierigen wird satt, seine Augen aber nie.