Der Wolf und Lykophron
Es war einmal, am Rande eines alten Waldes, wo kühle Wasser flossen, lebte ein junger Schäfer namens Lycophron. Lycophron weidete seine Schafe auf grünen Wiesen und beschützte sie wie seinen Augapfel. Tief im Wald jedoch wohnte ein schlauer Wolf, der immer hungrig umherzog. Dieser Wolf lauerten auf eine Gelegenheit, ein leckeres Lamm aus der Herde des Schäfers zu schnappen. Der Schäfer Lycophron hatte kein Erbarmen mit dem Wolf und vertrieb ihn von seiner Hütte, wo immer er ihn sah.
An einem sonnigen Mittag begann der hungrige Wolf wieder heimlich um die Wiese zu streifen. Er versteckte sich hinter den Bäumen und begann neugierig zu beobachten, was der Schäfer tat. In der Zwischenzeit hatte Lycophron vor seiner Holzhütte ein großes Feuer angezündet. Der Schäfer und seine Freunde genossen ein perfekt gebratenes Lamm. Als der Wolf sah, wie der Schäfer ein Lamm aus seiner eigenen Herde aß, konnte er seinen Augen nicht glauben. Er trat langsam aus den Büschen und machte ein paar Schritte auf die Hütte des Schäfers zu.
"Hey Lycophron, wenn ich ein Lamm geschnappt hätte, würde das ganze Dorf hinter mir herrennen", rief er. "Jetzt isst du dein eigenes Lamm, aber niemand wird wütend auf dich", sagte er mit gekränkter Stimme. Als er die Stimme des Wolfes hörte, legte Schäfer Lycophron das Fleisch in seiner Hand ab und sah ihn erstaunt an. Der Wolf schüttelte mit einer gekränkten Miene den Kopf und ging in die Tiefen des Waldes. Angesichts der berechtigten Worte des Wolfes wusste der Schäfer nicht, was er sagen sollte, und versank in Schweigen. Von diesem Tag an begann Lycophron über sein eigenes Verhalten nachzudenken, bevor er andere beschuldigte.
Menschen zögern manchmal nicht, anderen Dinge zu verbieten, die sie für sich selbst als gerecht erachten. Sie predigen Wasser und trinken Wein.