Der vom Pfeil verwundete Adler
Vor langer Zeit gab es auf dem Gipfel hoher Berge einen großen Adler, der mit scharfen Augen nach Beute suchte. Während der Adler seine breiten Flügel ausbreitete und am Himmel schwebte, versteckte sich ein Jäger im Tal. Der Jäger spannte seinen Bogen und schoss einen scharfen Pfeil auf den Adler. Der scharfe Pfeil flog schnell und blieb im Körper des Adlers stecken. Verwundet schlug der Adler vor Schmerz mit den Flügeln und fiel zu Boden.
Verzweifelt sah sich der Adler den Pfeil genau an, der in seiner Brust steckte. Er sah, dass am Ende des Pfeils eine Feder von seinem eigenen Flügel angebracht war. „Was mich verwundet hat, war nicht mein Feind, sondern ein Pfeil aus meiner eigenen Feder“, murmelte der Adler. Von einer Waffe getroffen zu werden, die Teile von ihm selbst trug, wog für den Adler schwerer als alles andere. „Schaden von einem Fremden würde mir wehtun, aber der Schmerz, den mir mein eigenes Stück zufügte, hat mich verbrannt“, sagte er.
Als der Adler seinen letzten Atemzug tat, sah er dieser bitteren Wahrheit ins Gesicht. Manchmal kommt der größte Schaden für einen Menschen von dem, was ihm am nächsten steht, oder von einem Teil von ihm selbst. Der größte Feind eines Menschen kommt oft aus ihm selbst. Schaden, der von jemandem kommt, den man für einen Freund hält, ist am schwersten. Wer selbst fällt, weint nicht.
Ein törichter Kopf lässt die Füße leiden. Ein Stein, den ein Freund wirft, bricht nicht den Kopf. Einem Menschen schadet sein eigenes Stück am meisten. Wie der Baum zur Axt sagte: Wäre dein Stiel nicht von mir, würde ich nicht fallen.