Der treue Hund und sein Herr
Vor langer Zeit lebte am Rand eines alten Waldes, wo kühle Wasser flossen, ein barmherziger Kaufmann namens Alperen. An seiner Seite war ein Hund namens Karabas, dessen Augen vor Klugheit funkelten und der für seine Treue berühmt war. Gemeinsam zogen sie von Stadt zu Stadt, schluckten den Staub der Karawanenwege und leisteten einander treue Gesellschaft. Karabas verstand die Wünsche seines Herrn an einem einzigen Blick und beschützte ihn vor Gefahren, indem er die ganze Nacht Wache hielt. An einem trüben Herbstabend, als sie einen engen Bergpass durchquerten, versperrte ihnen ein gieriger Räuber den Weg. Der grausame Mann streckte den unglücklichen Kaufmann ohne jedes Mitleid zu Boden und raubte ihm mit Gewalt die Beutel voller Gold.
Obwohl Karabas sich unerbittlich auf ihn stürzte, um seinen Herrn zu schützen, wurde er verwundet und zwischen die Felsen geschleudert. Der Räuber glaubte, der Hund sei tot, verbarg den leblosen Körper des Herrn in einer steilen Grube und entfernte sich rasch. Von tiefem Kummer erschüttert, erhob sich Karabas trotz seines Schmerzes und hielt stundenlang schweigend Wache am Haupt seines Herrn. Als der Morgen graute, lief das treue Tier in die nahe Stadt und begann, die Leute mit bitteren Schreien anzuheulen. Die Stadtbewohner sahen die Verzweiflung in den Augen des Hundes und sagten: "In diesem Tier steckt ein tiefes Leid, es ruft uns irgendwohin!" Die Menschen folgten Karabas und erreichten den felsigen Pass, und mit Entsetzen fanden sie den verborgenen Leichnam.
Genau in diesem Augenblick beobachtete der Räuber, der sich unter die Menge gemischt hatte, das Geschehen, als wäre nichts gewesen. Karabas erkannte den Mörder seines Herrn sogleich am Geruch und stürzte sich mit großem Zorn auf den Räuber. Der Schuldige geriet vor dem wilden Angriff des Hundes in Panik und musste sein Verbrechen unter Tränen gestehen. Während die Wachen den Mörder sogleich in Ketten legten, geschah endlich Gerechtigkeit, und das unschuldige Blut blieb nicht ungerächt. Um diese einzigartige Treue nie zu vergessen, ehrten die Stadtbewohner den treuen Hund bis an sein Lebensende. Wahre Freundschaft und Treue sind eine unauslöschliche Fackel, die selbst die dunkelsten Geheimnisse erhellt. Niemand kann die Sonne mit Schlamm bedecken.