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Der Stier und die Wildziegen

Niveau A2 · 233 Wörter

Der Stier und die Wildziegen

Es war einmal ein starker Stier in einem grünen Tal unter hohen Bergen. Dieser starke Stier hatte pechschwarzes Fell und riesige spitze Hörner. Eines Tages jagte ein wilder Löwe den Stier durch den Wald. Der Stier lief schnell zu den Bergen, denn er wollte dem gefährlichen Löwen entkommen. Am Weg fand er eine große Höhle, dunkel und sicher. Sofort ging der Stier in die Höhle und rettete sein Leben.

Aber in dieser kalten Höhle lebten grobe und launische Wildziegen. Als die Wildziegen den großen Stier sahen, wollten sie ihm nicht helfen. Die kleinen Ziegen liefen zu ihm und stießen ihn mit ihren spitzen Hörnern. "Geh sofort weg, du kommst nicht in unser Haus!", riefen sie. Die Stöße taten weh, aber der Stier stand geduldig da und bewegte sich nicht. Draußen lief der hungrige Löwe immer noch vor der Höhle hin und her.

Der Stier sah die groben Ziegen an und seufzte leise. Dann drehte sich der Stier zu ihnen um und sprach mit ruhiger Stimme. "Ich bin jetzt still, weil der Löwe vor der Tür steht, nicht aus Angst vor euch", sagte er. "Wenn die Gefahr vorbei ist und der Löwe weggeht, seht ihr meine Kraft", fügte er hinzu. Die Wildziegen hörten das und zogen sich beschämt zurück. Als der Löwe wegging, verließ der Stier die Höhle und ging seinen Weg. Geduld in schweren Zeiten ist keine Schwäche, sondern nur Klugheit. Geduld ist bitter, aber ihre Frucht ist süß.