Der schmutzige Hund
Es war einmal, jenseits der saftig grünen Täler, im Garten eines prächtigen Herrenhauses, ein stolzer Hund namens Maço. Sein weiches, flauschiges und schneeweißes Fell jeden Tag bewundernd im Spiegel zu betrachten, war sein größtes Vergnügen. Die Herrin des Herrenhauses pflegte ihn sorgfältig, legte ihm sein Perlenhalsband an und ließ ihn auf seidenen Kissen schlafen. Doch Maço hielt sich für so erhaben, dass er die anderen Tiere im Garten nicht einmal grüßte. An einem Frühlingsmorgen stürmte er hinaus, neugierig auf den geheimnisvollen Wald hinter den Zäunen. Als er in die Tiefen des Waldes eintauchte, brach plötzlich ein heftiger Regen los und die Wege verwandelten sich in ein Meer aus Schlamm.
Maço, der Angst davor hatte, nass zu werden, rollte beim panischen Laufen in einen tiefen Schlamm und war von Kopf bis Fuß mit Matsch bedeckt. Von jenem schneeweißen und glänzenden Fell blieb keine Spur; er verwandelte sich in ein pechschwarzes Wesen, bedeckt mit Dornen und Blättern. Als er voller Angst zum Herrenhaus zurücklief, erkannte ihn der Wächter am Tor nicht und jagte ihn mit seinem Stock hinaus. "Bleib fern von hier, du schmutziges und fremdes Wesen!", schrie der Wächter voller Zorn. Maço bellte: "Ich bin der wertvollste Hund dieses Herrenhauses, öffnet die Tür!", doch seine Stimme ging im Sturm verloren. Der hochmütige Hund, der ohne jedes Mittel blieb, musste erneut in den dunklen Wald fliehen, um einen Zufluchtsort zu suchen.
Als die bescheidenen Straßenhunde des Waldes ihn in diesem Zustand sahen, spotteten sie nicht über ihn, sondern hatten Mitleid und öffneten ihre Hütten. Die ganze Nacht hindurch gaben sie ihm zu fressen und schützten ihn vor dem kalten Wind. Am nächsten Morgen führten die liebevollen Hunde Maço an das Ufer eines klaren Baches und halfen ihm, sich von seinem Schlamm zu reinigen. Maço, der sich im Wasser wusch und sein altes Fell zurückgewann, begriff, wie schnell das äußere Aussehen die Menschen täuscht. Vor der Großherzigkeit dieser Freunde, die er wegen seines eigenen Hochmuts früher verachtet hatte, empfand er eine tiefe Beschämung. Als er in sein Herrenhaus zurückkehrte, war er ein Hund geworden, der nicht nur mit seinem Fell, sondern mit der Demut und Liebe in seinem Herzen strahlte. Sein Leben lang vergaß er nie, dass äußeres Aussehen und Hochmut vergänglich sind, Freundschaft und Barmherzigkeit aber bleibend. Ein Mensch wird nach seinem Aussehen empfangen und nach dem schönen Charakter, den er zeigt, verabschiedet.