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Der Schatten des Esels

Niveau B2 · 313 Wörter

Der Schatten des Esels

Es war einmal ein Kaufmann, der in einem heißen Land reiste, wo sich goldgelber Sand erstreckte. Dieser Kaufmann mietete einen niedlichen Esel und seinen Besitzer, um in der brennenden Sommerhitze eine lange Strecke zurückzulegen. Als die Sonne zum Höchsten des Himmels stieg, begann die atemberaubende Hitze alles zu verbrennen. Der müde Reisende wollte sich ausruhen, indem er im Schatten hinter dem Esel Zuflucht suchte, um sich abzukühlen. Als der Besitzer des Esels diese Situation sah, stellte er sich sofort verärgert vor den Kaufmann.

Der Dorfmann schrie: "Du hast nur meinen Esel gemietet, ich habe dir nicht das Recht gegeben, seinen Schatten zu mieten!" Erstaunt antwortete der Kaufmann: "Ich habe Geld für den Esel bezahlt, daher gehört mir auch sein Schatten." Die beiden Männer begannen unter der heißen Sonne zu streiten und sagten sich harte Worte. Während der Dorfmann argumentierte, dass der Schatten eine zusätzliche Gebühr kostete, behauptete der Kaufmann, das sei Unsinn. "Wenn du im Schatten sitzen willst, musst du mir noch ein paar Silbermünzen geben", sagte der Besitzer des Esels gierig.

Der Kaufmann wollte sich sein Recht nicht nehmen lassen, ging auf den Mann zu und schrie weiter verärgert. Als die Stimmen lauter wurden, wurde der Streit zwischen den beiden heftiger und keine Seite wich zurück. Während sie um ein unbedeutendes Schattenrecht rangen, begann der Esel von diesem Lärm Angst zu bekommen. Schließlich konnte das schreckhafte Tier das Geschrei der Männer nicht mehr ertragen und bäumte sich plötzlich auf. Im Galopp auf der staubigen Straße verschwand er in der Ferne.

Die beiden streitenden Männer starrten der Staubwolke nach und waren verblüfft darüber, was passiert war. Wegen eines törichten Streits verloren sie sowohl ihren Esel als auch den einzigen Schatten, unter dem sie Schutz suchen konnten. Mitten in der Wüste blieben sie mutterseelenallein und hilflos unter der Hitze zurück. Sinnlose Kämpfe um kleine Interessen führen dazu, dass man den wahren Wert in seinen Händen verliert. Wer dem Schatten nachjagt, verliert die Substanz.