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Der Pfau und seine Stimme

Niveau B2 · 341 Wörter

Der Pfau und seine Stimme

Es war einmal in den Tiefen eines bezaubernden Waldes, wo bunte Blumen blühten, ein prächtiger Pfau. Dieser Pfau ließ alle Lebewesen im Wald mit seinen smaragdgrünen und blauen Federn, die im Sonnenlicht glänzten, staunen. Wenn er seinen herrlichen Schwanz wie einen Fächer öffnete, hielt sogar der Wind an und betrachtete diese einzigartige Schönheit. Doch obwohl er so anmutig war, gab es im Herzen des stolzen Pfaus eine verborgene Unruhe. Wann immer er seine eigene Stimme hörte, verfiel er in eine tiefe Traurigkeit, und seine Freude verschwand im Nu. An einem Frühlingsmorgen begann er, dem bezaubernden Lied der Nachtigall zu lauschen, das zwischen den Zweigen aufstieg. Während die süße Stimme der Nachtigall im Wald erklang, wuchsen der Neid und der Kummer des Pfaus noch mehr.

„Mein Gott, du hast mir ein so prächtiges Aussehen gegeben, aber warum hast du meine Stimme so hässlich gemacht?“, rief er. Weinend trat er vor Juno, die schützende Göttin des Waldes, und schilderte ihr seinen Zustand. „O erhabene Göttin, warum verzaubert die Stimme der Nachtigall jeden Zuhörer, während meine Stimme in den Ohren kratzt?“, sagte er. Die Göttin Juno sah diesen schönen Vogel, dem Tränen aus den Augen liefen, zärtlich, aber entschlossen an. Der Pfau, der glaubte, ihm sei Unrecht geschehen, behauptete, dass auch eine süße Stimme sein Recht sei. Er sagte, dass alle Vögel ihn bewunderten, ihn aber wegen seiner Stimme verspotteten. Mit einem süßen Lächeln erinnerte die Göttin Juno den stolzen Vogel an das gerechte Gleichgewicht der Natur.

„Jedem Lebewesen ist eine eigene Gabe gegeben worden; dir eine einzigartige Schönheit und der Nachtigall eine süße Stimme“, sagte sie. Während die Kraft des Adlers die Himmel erobert, trägt dein Schwanz alle Farben des Himmels. Wenn du den Wert der Gaben, die du hast, nicht kennst, bringen dir die Vorzüge der anderen nur Schmerz. Der Pfau schämte sich vor diesen weisen Worten und senkte seinen Kopf. Von jenem Tag an lernte er, statt die Begabungen anderer zu beneiden, mit seinen eigenen prächtigen Federn glücklich zu leben. Wenn der Mensch den einzigartigen Wert in seiner eigenen Hand erkennt, hört er auf, die Vorzüge anderer zu beneiden, und findet wahren Frieden. Die fünf Finger einer Hand sind nicht gleich.