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Der Panther und die Hirten

Niveau B2 · 365 Wörter

Der Panther und die Hirten

Es war einmal am Rande eines alten Waldes, wo kühle Wasser flossen, ein starker Panther, der mit seiner Schönheit die Augen blendete. Dieses stolze Tier war mit seinem hell gefleckten Fell und seinen gleitenden Schritten der auffälligste Bewohner des Waldes. Auf den weiten Weiden in der Nähe aber gab es Hirten, die ihre Schafe hüteten und deren Wesen sehr verschieden voneinander war. Das wilde Leben in der Tiefe des Waldes und die Welt der Menschen trafen sich nur selten in einem ruhigen und friedlichen Gleichgewicht. Eines Tages fiel der unglückliche Panther, während er seine Beute jagte, in eine tiefe Grube, die Jäger zuvor gegraben hatten. So sehr sich das hilflose Tier auch mühte, es kam aus dieser steilen und tiefen Grube einfach nicht heraus. Am nächsten Morgen bemerkten grausame Hirten, die an der Grube vorbeikamen, sofort den gefangenen Panther.

Statt ihn zu retten, begannen sie, ihn mit den Stöcken in ihren Händen zu schlagen und schwere Steine auf ihn zu werfen. Leider sahen diese rohen Männer dem schmerzvollen Brüllen des armen Tieres mit großer Schadenfreude zu. Gegen Abend versuchten andere barmherzige Hirten, die vorbeikamen, dieser Herzlosigkeit sogleich Einhalt zu gebieten. "Quält dieses unschuldige Wesen nicht, auch es ist ein Geschöpf Gottes", fuhren sie sie scharf an. Die barmherzigen Hirten ließen ein Stück Fleisch und Wasser in der Grube, damit das unglückliche Tier ein wenig Kraft sammle. Die bösherzigen Hirten dachten, der Panther werde bis zum Morgen sterben, lachten und machten sich auf den Weg in ihr Dorf. Der kluge Panther, der die ganze Nacht geruht und aus der ihm gegebenen Nahrung Kraft geschöpft hatte, unternahm voller Wut einen letzten Versuch.

Er schlug seine scharfen Krallen in die Erde, kletterte aus der Grube und gewann endlich seine Freiheit zurück. Als die Morgendämmerung kam, schritt er lautlos zu den Pferchen der grausamen Hirten, die ihm Böses angetan hatten. Er wollte ihnen eine große Lehre erteilen, zerstreute ihre Herden und jagte die grausamen Männer voller Furcht davon. Doch die Häuser und Herden der gutherzigen Hirten, die ihm Nahrung gegeben und sein Leben gerettet hatten, rührte er nie an. So zeigte das gerechte Gleichgewicht der Natur deutlich den Unterschied zwischen Gut und Böse. Aufrichtiges Erbarmen, das Menschen und Lebewesen erwiesen wird, ist der stärkste Schild, der einen in schweren Zeiten schützt. Wer Gutes tut, findet Gutes.