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Der neidische Fuchs und der Wolf

Niveau B2 · 360 Wörter

Der neidische Fuchs und der Wolf

Vor langer Zeit lebte im Herzen eines schattigen Waldes mit kühlem Wasser ein starker Wolf. Jeden Morgen ging dieser Wolf auf die Jagd und aß fröhlich die frische Nahrung, die er sich mit eigener Kraft verdient hatte. Doch ein neidischer Fuchs, der sich hinter den Büschen versteckte, konnte die friedlichen Tage des Wolfes im Stillen nicht ertragen. Der Fuchs wollte ohne eigene Mühe stets die leckersten Bissen besitzen und beobachtete den Wolf ständig aus der Ferne. An einem Herbstmorgen, als der Blick des Fuchses auf das große und köstliche Stück fiel, das der Wolf erbeutet hatte, loderte das Feuer des Neides in ihm heftig auf. Der hinterlistige Fuchs trat mit einem süßen Lächeln neben den Wolf und versuchte, ihm freundlich zu erscheinen.

„Mein lieber Nachbar, passt dieses trockene Stück Fleisch überhaupt zu einem so stattlichen Wolf wie dir?“, fragte er. Der Wolf hob den Kopf und sah den schlauen Fuchs mit misstrauischen Augen an, sagte aber nichts. Der Fuchs zeigte sogleich auf die tiefe Grube hinter sich und fuhr aufgeregt mit seinen Worten fort. „Auf dem Grund jener Grube liegt ein riesiges Festmahl, das die Jäger verloren haben, geh und nimm alles für dich!“, sagte er. In Wahrheit plante der Fuchs, dass der Wolf in jene enge Grube stieg, in die Falle geriet und ihm die Speisen überließ. Als der kluge Wolf das hinterlistige Funkeln in den Augen des Fuchses sah, durchschaute er dessen Absicht sofort.

„Wenn dort unten ein so großes Festmahl liegt, dann tritt du als Nachbar zuerst ein“, sagte der Wolf mit ruhiger Stimme. Der Fuchs glaubte, der Wolf habe die Falle nicht bemerkt, und wusste vor Gier in seinem Inneren nicht, was er tun sollte. Vor Neid blind geworden, sprang der Fuchs ungeduldig in die Grube, um die ganze Nahrung an sich zu reißen. Doch als er unten ankam, schloss sich statt des leckeren Fleisches der schwere Eisendeckel über ihm, den die Jäger gestellt hatten. Während der jammernde Fuchs hinter den Gitterstäben hervorschaute, aß der Wolf langsam seinen eigenen Anteil weiter. Der Wolf blickte auf seinen in die Falle geratenen Nachbarn und verschwand still in den Tiefen des Waldes. Wer den Erfolg und das Glück eines anderen nicht ertragen kann, ist dazu verurteilt, in die eigenen Fallen zu fallen. Wer neidisch ist, wird am Ende enttäuscht.