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Der Mann und der Löwe, die zusammen reisten

Niveau A2 · 200 Wörter

Der Mann und der Löwe, die zusammen reisten

Vor langer Zeit begannen ein Mann und ein Löwe, die zusammen reisten, über Überlegenheit zu streiten. Sie kamen an einer Marmorsteinstatue am Wegesrand vorbei. Die Statue stellte einen starken Mann dar, der einen riesigen Löwen erwürgte. Der Mann zeigte stolz auf die Statue und sagte, dass der Mensch dem Löwen überlegen und stärker sei.

Der Löwe lächelte ruhig, betrachtete die Statue und antwortete dem Mann. „Weil ein Mensch diese Statue gemacht hat, hat sie den Menschen als überlegen dargestellt“, sagte der Löwe. „Wenn Löwen Statuen machen könnten, würdest du viele Männer unter Löwen zermalmt sehen“, fügte er hinzu. Menschen loben und rechtfertigen sich in ihren eigenen Werken immer selbst.

Parteiliche Bewertungen und selbst produzierte Beweise reichen nicht aus, um wahre Überlegenheit zu beweisen. Parteiliche Zeugenaussagen werden nicht akzeptiert. Jeder sieht in seinem eigenen Spiegel gut aus. Wenn der Kläger selbst Richter ist, wird keine Gerechtigkeit geübt. Wer mit seiner eigenen Statue prahlt, irrt sich. Die Statue eines Künstlers ändert nichts an der Wahrheit.

Wer seinen eigenen Stil lobt, kann nicht objektiv sein. Wahre Überlegenheit liegt in der Tat, nicht in Worten. Jeder ist der Held seiner eigenen Geschichte. Wer mit parteiischem Auge blickt, kann die Wahrheit nicht sehen. Prahle nicht, indem du auf dein eigenes Werk blickst.