Der Mann und der Floh
Vor langer Zeit lebte ein alter Mann am Rande eines alten Waldes, wo kühle Wasser flossen. Dieser Mann verbrachte friedliche Tage allein in seinem Holzhaus. Er liebte es, sich in seinem weichen Bett auszuruhen und den süßen Liedern der Vögel zuzuhören. An einer heißen Sommernacht legte sich der Mann wieder ruhig in sein Bett.
Gerade als er einschlief, spürte er einen plötzlichen und scharfen Schmerz im Bein. Schnellan zündete er seine Kerze an und zog die Bettdecke zur Seite. Auf dem Bett befand sich ein winziger und flinker Floh. Wütend hob der Mann seinen Finger und fing den kleinen Floh sofort. Vor Angst zitternd, begann der Floh den Mann anzuflehen.
„Bitte töte mich nicht, ich bin ein sehr kleines Geschöpf“, sagte er. „Ich kann dir keinen großen Schaden zufügen, ich verursache nur ein kleines Jucken“, fügte er hinzu. Der alte Mann sah den Floh an und schüttelte langsam den Kopf. „Es gibt keinen kleinen oder großen Schaden“, antwortete er. Der Mann glaubte den Worten des kleinen Flohs überhaupt nicht. Er zerquetschte den kleinen Schädling, der seine Ruhe störte, zwischen seinen Fingern.
Dann holte er tief Atem und legte sich wieder ins Bett. Nach dieser Nacht schlief er lange und friedlich in seinem Haus. Selbst ein kleiner Schaden reicht aus, um die Ruhe eines Menschen zu stören. Man muss dem Übel im Keime begegnen.