Der Mann, der die Hermes-Statue zerbrach
Vor langer Zeit lebte ein armer Mann, der eine hölzerne Götterstatue in seinem Haus besaß. Der Mann betete jeden Tag zu der Statue und flehte darum, reich zu werden und seinen Sorgen zu entkommen. Doch egal wie viel der Mann betete, seine Armut nahm weiter zu und sein Zustand verschlechterte sich. Schließlich ging dem Mann die Geduld aus, er wurde wütend, packte die Statue am Bein und schlug sie gegen die Wand.
Hunderte von Goldmünzen verstreuten sich überall aus dem Inneren der gebrochenen Holzstatue. In Erstaunen sammelte der Mann das Gold und begann mit der Statue zu sprechen. „Als ich mich dir mit Güte und Gebet näherte, hast du mir nicht geholfen“, sagte der Mann. „Doch als ich dich zerbrach und bestrafte, hast du mir großen Reichtum geschenkt“, fügte er hinzu.
Manche undankbare und sture Persönlichkeiten verstehen keine freundliche Behandlung, kommen aber zur Vernunft, wenn sie mit harten Reaktionen konfrontiert werden. Harte Herzen, die süße Worte nicht erweichen können, werden nur durch entschlossene und harte Haltungen zur Vernunft gebracht. Ohne Mühsal gibt es keine Schönheit. Ein undankbarer Mensch versteht keine Güte. Manche Menschen verstehen nur Härte. Wer mit süßen Worten nicht einsichtig wird, gibt der Gewalt nach.
Güte öffnet nicht jede Tür. Wer das Recht nicht versteht, braucht Strafe. Ein krummer Baum wird mit Schlägen gerade gebogen. Gegen Tyrannei braucht man Entschlossenheit. Undankbarkeit bleibt nicht ungestraft.