Der Krähe und Hermes
Als eine Krähe sich im Netz der Falle eines Jägers verfing, flehte sie aus Angst den Gott Apollo an und sagte, sie werde ein Opfer darbringen, wenn sie gerettet werde. Sobald die Krähe der Falle entkam, vergaß sie das Apollo versprochene Opfer und opferte nichts. Als Zeit verging und die Krähe zum zweiten Mal in eine noch gefährlichere Falle geriet, versprach sie diesmal dem Gott Hermes Opfer. Da Hermes die Heuchelei der Krähe kannte, sagte er: "Wer vertraut dem zweiten Eid eines Lügners, der sein erstes Wort nicht gehalten hat?" und half ihr nicht.
Wer in harten Tagen fleht und Versprechen macht, aber sein Wort vergisst, wenn er Sicherheit erreicht, findet bei späten Katastrophen keine Tür, um Zuflucht zu suchen. Lügen und nicht gehaltene Worte zerstören die Glaubwürdigkeit eines Menschen völlig und führen dazu, dass er in Krisenzeiten allein bleibt. Wer versucht, Götter und Menschen zu täuschen, ist in seinen bedürftigsten Momenten zur Hilflosigkeit verurteilt. Treue zu Versprechen und Ehrlichkeit sind die einzige feste Burg, die in harten Momenten zur Rettung eilt.
Niemand glaubt den Ausreden eines Lügners in harten Zeiten. Ein gegebenes Versprechen wird nicht vergessen. Der Heuchler bleibt in harten Zeiten allein. Eine Lüge zerstört Vertrauen.
Wer sein Wort nicht hält, findet keine Hilfe. Ehrlichkeit ist die festeste Burg. Untreue zu Versprechen bringt Unheil.