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Der König und der Dschinn

Niveau C1 · 351 Wörter

Der König und der Dschinn

Vor langer Zeit stand neben einem alten Wald mit kühlen Wassern ein prächtiger, aber düsterer Palast. In diesem Palast lebte ein ehrgeiziger König, der für sein hochmütiges Auftreten bekannt war und zum Bösen neigte. Dieser ehrgeizige König, der von Land zu Land Furcht verbreiten wollte, griff zu den dunklen Künsten und rief einen mächtigen Dschinn vor sich. Sein Ziel war es, die weisen Menschen in den fernen östlichen Ländern zu erschrecken und jenes Land zu erobern. Auf Befehl des Königs breitete der Dschinn seine pechschwarzen Flügel aus, glitt durch die Dunkelheit der Nacht und machte sich auf den Weg. Nachdem der Dschinn wie ein Sturm geweht und die Berge überquert hatte, traf er auf einen alten Derwisch, der unter einer mächtigen Platane rastete.

Der alte Derwisch war völlig ahnungslos gegenüber den Gefahren um ihn herum und in ein aufrichtiges Gebet versunken, das aus seinem Herzen floss. Der Dschinn wollte sich auf den Derwisch stürzen und ihn erschrecken, doch er konnte nicht einen einzigen Schritt vorwärts gehen. Ein unsichtbarer Schild aus Licht nagelte den Körper des dunklen Geschöpfes an seinen Platz. Tage jagten die Nacht und Nächte jagten den Tag, doch der Dschinn konnte nicht aus jenem heiligen Kreis heraustreten. Als der Derwisch sein Gebet in Ruhe beendet hatte und aufstand, bemerkte er den Dschinn und blickte ihn mit einem Lächeln an. "Keine Macht, die keine Aufrichtigkeit im Herzen trägt, kann die Festung des Guten niederreißen", flüsterte der Weise.

Der Dschinn, dessen unsichtbare Ketten sich lösten, wich voller Angst zurück und kehrte hilflos in den Palast zurück. Als der hochmütige König den Dschinn sah, der seinen Befehl nicht ausführen konnte, schäumte er vor Zorn. "Warum hast du die Aufgabe, die ich dir gab, nicht geschafft, welches Heer hat dir den Weg versperrt?", donnerte er. Der Dschinn senkte den Kopf und sagte: "Mich haben weder Schwerter aufgehalten noch große Heere." "Das aufrichtige Gebet eines einzigen Menschen und der unerschütterliche Glaube in seinem Herzen haben meine ganze dunkle Macht unwirksam gemacht." Der hochmütige König, der die Wahrheit verstand, erstarrte mit dem Schmerz der Niederlage auf seinem Thron. Jede aufrichtige Tat, die mit einem reinen Gewissen getan wird, macht sogar die größten Fallen des Bösen zunichte. Wer Wind sät, wird Sturm ernten.