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Der König der Affen

Niveau B2 · 352 Wörter

Der König der Affen

Es war einmal am Rande eines alten Waldes, wo kühle Wasser flossen, da reisten zwei sehr verschiedene Wanderer. Einer der Wanderer war ein ehrlicher Mann, der immer die Wahrheit sagte, der andere ein Schmeichler, der ständig süße Lügen erzählte. Nach einer langen und ermüdenden Reise fanden sie sich in einem geheimnisvollen Land der Affen wieder, in dem prächtige Bäume aufragten. Der Herrscher dieses Königreichs war ein riesiger Affenkönig, der auf einem goldenen Thron saß, umgeben von großen und kleinen Affen. Der König musterte neugierig diese menschlichen Gäste, die in seinen Palast gekommen waren, und befahl seinen Soldaten, sie vor ihn zu bringen. Der Affenkönig reckte stolz die Brust und trat zuerst zu dem lügnerischen Wanderer. "Sag mir, Fremder, was denkst du über mich und über dieses ehrenwerte Hofvolk um mich herum?", fragte er.

Der schlaue Wanderer verneigte sich ohne zu zögern und begann mit großem Respekt zu sprechen. "Ihr seid einer der erhabensten Könige der Welt, und alle um Euch herum sind Wesire, einer edler als der andere", sagte er. Von diesen süßen Worten entzückt, befahl der König sogleich, dem Mann kostbare Geschenke aus Gold zu geben. Als der ehrliche Wanderer an die Reihe kam, stellte der Mann bei sich eine Rechnung auf. "Wenn der Lügner allein durch süße Worte eine so große Belohnung erhielt, bekomme ich noch mehr, wenn ich die Wahrheit ausspreche", dachte er. Als der König ihm dieselbe Frage stellte, trat der ehrliche Mann selbstsicher hervor. "Ihr seid nur ein großer Affe, und die um Euch herum sind gewöhnliche Affen", sagte er und sprach die Wahrheit offen aus.

Als der Affenkönig diese bittere Wahrheit hörte, wurde er augenblicklich rasend vor Zorn, und sein Stolz war verletzt. Der Herrscher, der nur Lob zu hören gewohnt war, befahl seinen Wächtern, den ehrlichen Mann sofort in den Kerker zu werfen. Der ehrliche Wanderer glaubte, es sei immer richtig, die Wahrheit zu sagen, und musste eine bittere Erfahrung machen. An einem Ort, an dem Lüge und Schmeichelei herrschten, zahlte er einen hohen Preis dafür, die Wahrheit auszusprechen. Während die beiden Wanderer verschiedenen Schicksalen entgegentrieben, kehrte in der Tiefe des Waldes wieder Stille ein. Man muss verstehen, dass es nicht immer gut ausgeht, jede Wahrheit an jedem Ort auszusprechen. Die Menschen jagen den Ehrlichen aus jedem Dorf.