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Der hungrige Bär

Niveau B2 · 297 Wörter

Der hungrige Bär

Es war einmal ein tiefer Wald, in dem goldgelbe Blätter fielen und in dessen Herzen liebe Tiere lebten. In diesem friedlichen Wald gab es einen riesigen Bären, der aus einem langen Winterschlaf erwachte. Er war so hungrig, dass der Boden bei jedem Schritt regelrecht dröhnend bebte. Die Vögel im Wald schwiegen vor Angst, und die kleinen Wesen zwischen den Büschen versteckten sich sofort in ihren Nestern. Mit lautem Magenknurren begann der Bär, ringsum nach Essen zu suchen. Als er auf seinem Pfad weiterging, traf er einen fröhlichen Hasen, der frische Karotten im Arm trug.

Mit tiefer Stimme brüllte der Bär: „Gib mir sofort diese Karotten, sonst verschlinge ich dich mit einem Bissen!“ Vor Angst zitternd legte der Hase die Karotten vor den riesigen Fuß und lief schnell davon. Doch ein paar Karotten reichten nicht, um den Hunger des riesigen Bären zu stillen. Genau in diesem Augenblick schlich ein schlauer Fuchs aus den Büschen hervor. Als der Fuchs die zornige Stimmung des Bären sah, beschloss er, einen klugen Plan zu machen. „Lieber Freund, verliere keine Zeit mit kleinen Häppchen, die dich nicht satt machen“, sagte der Fuchs.

„In der Höhlung der alten Eiche dort vorn gibt es eine riesige Honigwabe.“ Mit gierig glänzenden Augen folgte der Bär dem Fuchs und ging mit schnellen Schritten zum Baum. Mit seinem gewaltigen Körper kletterte der Bär auf die Eiche, achtete nicht auf die Warnung der Bienen und steckte seine Pfote in die Höhlung. Der wütende Bienenschwarm flog auf einmal heraus und stürzte sich auf Nase und Ohren des Bären. Verzweifelt schreiend fiel der Bär vom Baum und holte im Wasser des kühlen Flusses in der Nähe Atem. Überall geschwollen wegen seiner Gier musste der Bär lernen, geduldig zu sein und ruhig zu bleiben. Wer aus Gier und Zorn handelt, findet eine bittere Erfahrung, während er einen süßen Geschmack sucht. Der Zorn schadet dem Zornigen am meisten.