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Der Hund und sein Schatten

Niveau A2 · 179 Wörter

Der Hund und sein Schatten

Ein Hund, der ein riesiges Stück Fleisch im Maul hielt, überquerte eine Holzbrücke über einen Fluss. Als er in das ruhige Wasser blickte, sah der Hund sein eigenes Spiegelbild und glaubte, es sei ein anderer Hund mit Fleisch im Maul. Von Gier überwältigt wollte der Hund auch dieses Fleisch schnappen und zwei Stücke Fleisch fressen. Er öffnete zornig das Maul und begann laut das Spiegelbild im Wasser anzubellen.

Sobald er das Maul öffnete, fiel das köstliche Stück Fleisch zwischen seinen Zähnen ins Wasser und verschwand in der Strömung. Als der gierige Hund erkannte, dass das Fleisch im Wasser nur sein eigener Schatten war, ging er hungrig und reuevoll davon. Wer mit dem, was er hat, nicht zufrieden ist und mehr verlangt, verliert selbst das, was er besitzt, und bleibt mit leeren Händen zurück. Gier lässt den gegenwärtigen Segen vergessen und raubt das, was man hat.

Wer mit dem Gegebenen nicht zufrieden ist, verliert auch das. Gier lässt Wünsche unerfüllt. Der Gierige verliert, was er hält. Wer zu viel will, verliert auch das Wenige.

Getäuscht vom Schatten verliert man das Fleisch. Unersättlichkeit bringt Unheil. Zufriedenheit ist der größte Reichtum.