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Der Hund, der Schatz und der Geier

Niveau B2 · 311 Wörter

Der Hund, der Schatz und der Geier

Es war einmal am Rande eines alten Waldes, wo kühle Wasser flossen, ein treuer und neugieriger Hund. Eines Tages ging dieser liebe Hund unter den schattigen Bäumen spazieren und beschnupperte die Erde. Während er die weiche Erde aufscharrte, stieg ihm ein geheimnisvoller, hell glänzender Geruch in die Nase. Er begann mit Pfotenschlägen den Boden zu graben und fand tief unten einen großen Goldschatz. Die Juwelen in der Truhe funkelten unter der Sonne in blendendem Licht. Während der Hund staunend den Schatz ansah, stieß ein listiger Geier, der hoch oben schwebte, herab. Der Geier setzte sich auf den dürren Ast eines alten Baumes und musterte den Hund mit scharfen Augen.

Der Geier krächzte: "Wozu sollen dir diese glitzernden Steine nützen?" Der Hund hob stolz den Kopf und antwortete: "Ich bin jetzt ein reiches und mächtiges Tier." Mit einem spöttischen Lächeln sagte der Geier: "Um dieses gelben Metalls willen vernichten die Menschen einander." "Du bist ein Hund, und dieser Schatz wird dir weder Nahrung noch Frieden geben." Der Hund hörte nicht auf die Worte des Geiers und beschloss, den Schatz zu bewachen. Als die Stunden vergingen und die Sonne unterging, begann dem Hund der Magen zu knurren und die Kraft zu schwinden. Er konnte weder einen Bissen vom Schatz essen noch den Ort verlassen, um zu jagen.

Ringsum begannen die Schritte hungriger Wölfe und gefährlicher Jäger zu erklingen. Der Hund begriff, dass die Gefahr nahte, und erkannte mit Schmerz, dass das Gold ihn nicht schützen konnte. Die Furcht, die er beim Wachen über dem Schatz empfand, hatte die Freude des Reichtums völlig zerstört. Schließlich kam der Hund zur Vernunft, ließ das Gold dort liegen und lief in den tiefen Wald. Als er einen trockenen Knochen fand und satt wurde, verstand er den wahren Wert von Freiheit und Gesundheit. Der Geier hoch oben aber sah dem Hund nach und lächelte still. Unnötiger Reichtum, den wir nicht brauchen, bringt uns statt Glück nur Last und Furcht. Wenig Essen, sorgenfreier Kopf.