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Der Hirte und die jungen Wölfe

Niveau A2 · 233 Wörter

Der Hirte und die jungen Wölfe

Vor langer Zeit lebte ein junger Hirte an einem alten Wald mit kühlen Bächen. Jeden Tag führte er seine weißen Schafe auf grüne Wiesen und spielte süß auf seiner Flöte. An einem sonnigen Frühlingstag fand er zwei kleine Wolfsjunge auf dem Bergweg. Die winzigen Jungen froren sehr und zitterten ganz allein. Der Hirte hatte Mitleid, legte die Jungen in seine weiche Tasche und trug sie nach Hause. Jeden Morgen gab der Hirte den Jungen frische Milch und zog sie mit Liebe groß.

Er dachte bei sich: „Diese Wölfe werden groß und bewachen meine Herde.“ Monate vergingen, und aus den süßen kleinen Jungen wurden riesige, starke Wölfe. Die alten Leute im Dorf warnten den Hirten, aber er hörte nie auf sie. „Sie kennen mich, sie tun meinen Schafen nie etwas“, sagte er. Doch eines Tages ging der Hirte in die Stadt, und die Wölfe blieben allein im Pferch. Die wilden Wölfe sahen die Schafe, und der Jäger in ihnen wachte auf.

Plötzlich griffen die Wölfe die fettesten Schafe an. Am Abend kam der Hirte heim und bekam vor dem Anblick einen großen Schreck. Fast alle Schafe waren weg, und die Wölfe liefen zum Wald. Der Hirte nahm den Kopf in die Hände und verstand seinen großen Fehler. Wie lange man ein wildes Tier auch aufzieht, es vergisst seine Natur nie.

Gutes für böse Menschen bringt nur Schaden für dich selbst.

Fütterst du die Krähe, hackt sie dir das Auge aus.