Der Hahn, der den Katzen traute
Es war einmal am Rand eines alten Waldes, wo kühle Wasser flossen, ein stolzer Hahn. Dieser Hahn war mit seinen glänzenden Federn und seiner lauten Stimme der hochmütigste Bewohner der Gegend. Jeden Morgen stieg er auf das Dach und sang Lieder, weil er sich wie ein König fühlte. Die schlauen Katzen des Waldes beobachteten sein hochmütiges Verhalten aus der Ferne mit großer Aufmerksamkeit. Schließlich beschlossen die Katzen, den naiven Stolz des Hahns zu nutzen und ihm eine unvergessliche Falle zu stellen. Eines Tages näherte sich der Anführer der Katzen dem Hahn und verbeugte sich mit großem Respekt. „Oh erhabener Hahn, es ist gewiss ungerecht, dass ein prächtiger Herr wie du auf der Erde läuft“, sagte er.
Die Katzen brachten eine geschmückte hölzerne Sänfte und sagten, dass sie ihn wie einen König tragen wollten. Als der Hahn diese Worte voller Lob hörte, blähte er vor Stolz seine Brust auf. Ohne nachzudenken setzte er sich in die geschmückte Sänfte und ließ sich von den Katzen tragen. Die Katzen nahmen den Hahn auf ihre Schultern und zogen fröhlich durch die Straßen des Dorfes. Während der Hahn von oben die Dorfbewohner grüßte, bemerkte er gar nicht, wohin die Katzen gingen. Langsam entfernten sie sich von der Siedlung und betraten einen versteckten und dunklen Waldweg. Als der Weg einen einsamen Ort erreichte, verschwand das liebe Lächeln im Gesicht der Katzen plötzlich.
Die Katzen stellten die Sänfte plötzlich auf den Boden und umringten den Hahn. Der Hahn, der nicht verstand, was geschah, begann vor Angst mit den Flügeln zu schlagen und zu schreien. Doch die schlauen Katzen stürzten sich auf den armen Hahn, ohne ihm die Gelegenheit zur Flucht zu geben. Der Hahn, ein Opfer seines eigenen Hochmuts, verstand die Gefahr hinter den süßen Worten viel zu spät. So wurde der Hahn, der dem falschen Lob glaubte, ein leckeres Abendessen für die schlauen Katzen. Wer den süßen Worten und dem falschen Respekt des Feindes glaubt, wird am Ende in ein großes Unglück gezogen. Denke nicht, dass jeder, der dir ins Gesicht lächelt, ein Freund ist, und nicht, dass jeder, der süß spricht, ein Kamerad ist.