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Der Fuchs und die Hühner

Niveau C1 · 405 Wörter

Der Fuchs und die Hühner

Vor langer Zeit gab es am Rand eines alten Waldes, wo kühle Wasser flossen, einen fröhlichen Bauernhof, der von hölzernen Zäunen umgeben war. Auf diesem Bauernhof lebten in Frieden kluge Hühner, deren Federn wie Gold glänzten und die fest zusammenhielten. In den verborgenen Tiefen des Waldes aber streifte ein hinterhältiger Fuchs umher, der seit Tagen hungrig war und dessen Auge stets auf diesem Hühnerstall lag. Der Fuchs, der sich im Schatten der Bäume verbarg, schmiedete unablässig heimtückische Pläne, um die auf den hohen Stangen schlafenden Hühner zu ergreifen. Als die Dämmerung des Abends hereinbrach, schlich sich der Fuchs mit verstohlenen Schritten unter den Baum und begann mit seiner süßesten Stimme zu sprechen. "Meine lieben Freunde, habt ihr die frohe Botschaft nicht gehört, unter allen Tieren ist nun ein ewiger Friede ausgerufen worden!" "Bitte kommt herunter, damit wir diesen geschichtlichen Tag voller Begeisterung feiern, indem wir einander umarmen", sagte der betrügerische Fuchs.

Das erfahrene Huhn ganz oben auf der Stange begriff die Lage sogleich, als es den Funken des Hungers in den Augen des Fuchses sah. Es reckte den Hals und blickte in die Ferne, und mit einem ruhigen Lächeln im Gesicht rief es dem Fuchs zu. "Das ist wirklich eine großartige Nachricht, aber sieh nur, von weitem kommen zwei Jagdhunde hierher gelaufen", sagte es. "Ich glaube, auch sie wollen diese frohe Nachricht vom Frieden gemeinsam mit uns feiern", fügte es hinzu. Kaum hörte der Fuchs das Wort Hund, da stellten sich seine Ohren auf und eine tiefe Furcht ergriff seinen Körper. "Nun, vielleicht haben jene Hunde noch nicht gehört, dass der Friede ausgerufen wurde", sagte er und begann zurückzuweichen. Das kluge Huhn fragte: "Wohin läufst du davon, mein Freund, sollte doch niemand mehr jemandem Schaden zufügen?"

Der schlaue Fuchs klemmte in der Panik, in die Falle seiner eigenen Lüge geraten zu sein, den Schwanz ein und floh rasch in die Tiefen des Waldes. Die Hühner, die sahen, dass die Gefahr ganz verschwunden war, begannen mit großer Erleichterung mit den Flügeln zu schlagen und fröhlich zu gackern. Der Fuchs aber, dessen listig ersonnene Lüge sich gegen ihn selbst wandte, stand mit leerem Magen zwischen den Sträuchern blamiert da. Er lernte durch eine bittere Erfahrung, dass falsche Freundschaftsbezeugungen und lügnerische Versprechen vor einem scharfen Verstand nicht bestehen können. Die lieben Bewohner des Bauernhofs versanken in jener Nacht auf ihren hohen Stangen in Frieden und Sicherheit in einen tiefen Schlaf. Wer die Gefahr hinter süßen Worten spürt und seinen Verstand gebraucht, schafft es immer, sich selbst vor den größten Fallen zu schützen. Lügen haben kurze Beine.