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Der Fuchs und der kranke Affe

Niveau C2 · 404 Wörter

Der Fuchs und der kranke Affe

Vor langer Zeit lebte im Herzen eines geheimnisvollen Waldes, in dem gewaltige Bäume mit ihren dichten Blättern den Himmel bedeckten, ein roter Fuchs, der für seine Schlauheit bekannt war. Auf den hohen Felsen dieses Waldes aber herrschte ein überaus hochmütiger alter Affe, der sich selbst zum Tyrannen des Waldes erklärt hatte. Eines Tages versetzte ein seltsames Geflüster, das sich im Wald verbreitete, alle listigen Geschöpfe und die unschuldigen Tiere in tiefe Neugier. Wie es hieß, war der alte Affe plötzlich an einer unerbittlichen Krankheit erkrankt und lag in seiner dunklen Höhle auf dem Krankenlager. Die feuchte und kühle Luft der Höhle schien die Lebewesen draußen einzuladen, diesen alten Herrscher zu besuchen. Die hilfsbereiten Gazellen, Hasen und Vögel, die die Nachricht hörten, machten sich nacheinander auf den Weg zur Höhle, um ihre Genesungswünsche zu überbringen. Der rote Fuchs jedoch, der für sein misstrauisches Wesen bekannt war, eilte nicht sogleich herbei, sondern beschloss, sich hinter den Büschen in der Nähe der Höhle zu verstecken und die Umgebung zu beobachten.

Das Stöhnen, das aus der Höhle drang, stürzte die unschuldigen Waldbewohner draußen in Trauer und ermutigte sie, hineinzutreten. Der Affe rief mit schwacher Stimme: "Ach, meine lieben Freunde, kommt in diesen einsamen Tagen zu mir und spendet mir Trost." Doch als der Fuchs seine spitze Nase in die Luft hob und den Boden aufmerksam untersuchte, bemerkte er eine seltsame Einzelheit. Auf dem weichen Schlamm waren viele frische Fußspuren, die nach innen führten, deutlich zu sehen. Allerdings begriff er, dass aus dem dunklen Eingang der Höhle nicht eine einzige Spur nach draußen führte. Der listige Affe drinnen sah den Schatten des Fuchses und drängte ihn mit schwächlicher Stimme, ebenfalls hereinzukommen. Der Affe fragte: "Warum stehst du draußen, schöner Fuchs, willst du nicht hereinkommen und deinen alten Freund trösten?"

Der Fuchs bewahrte seinen sicheren Abstand auf den Felsen und antwortete dem Affen mit einem klugen Lächeln. "Ich hatte vor, dich zu besuchen, lieber Affe, doch die Zeichen im Boden haben mich aufgehalten", sagte der Fuchs. "Ich sehe viele Fußspuren, die in deine Höhle hineinführen, aber nicht eine einzige Spur, die von dort wieder herauskommt", fügte er hinzu. Der Affe in der Verkleidung eines Kranken begriff, dass seine Falle aufgedeckt war, und versank voller Scham und Zorn in Schweigen. Der kluge Fuchs entfernte sich rasch von der gefährlichen Höhle und lebte weiter frei in den Tiefen des Waldes. Ein kluger Mensch ist einer, der die Fehler beobachtet, in die andere gefallen sind, und seine eigenen Schritte mit Umsicht setzt. Ein Dorf, das man sieht, braucht keinen Führer.