Der Fuchs und der Igel
Es war einmal am Rande eines alten Waldes, wo kühle Wasser flossen, ein schlauer Fuchs. Jeden Tag wanderte dieser Fuchs durch die Büsche und suchte singend nach Nahrung. Eines Tages fiel er aus Unachtsamkeit in eine tiefe und schlammige Grube und blieb stecken. Da der Fuchs nicht aus der Grube herauskommen konnte, begann er hilflos dort zu warten. Nach einer Weile umringten hunderte hungrige kleine Fliegen den Fuchs.
Die Fliegen taten dem Fuchs sehr weh, und das schlaue Tier stöhnte ständig vor Schmerz. In der Zwischenzeit bemerkte ein weichherziger Igel, der mit langsamen Schritten vorbeiging, den Fuchs. Als der Igel den traurigen Zustand des armen Fuchses sah, machte er sich große Sorgen um ihn. Er näherte sich dem Fuchs, blieb stehen, rückte seinen stachligen Rücken zurecht und sprach mit süßer Stimme. "Mein Freund, diese Fliegen stören dich sehr, erlaube mir, sie zu vertreiben", sagte er. Der Fuchs hob mit einem tiefen Seufzer den Kopf und sah den Igel aufmerksam an. "Vielen Dank für dein freundliches Angebot, aber bitte rühre die Fliegen nicht an", antwortete er.
Der Igel war sehr überrascht über diese Antwort und fragte neugierig nach dem Grund. Mit schwacher Stimme begann der Fuchs dem Igel die Situation klug zu erklären. "Diese Fliegen auf mir sind schon satt, sie tun mir nicht mehr so weh wie vorher", sagte er. "Wenn du sie vertreibst, werden an ihrer Stelle neue hungrige und grausamere Fliegen kommen", fügte er hinzu. "Dann werde ich meine wenige verbleibende Kraft völlig verlieren", sagte er und holte tief Luft. Der Igel bewunderte die Intelligenz des schlauen Fuchses angesichts dieser logischen Worte. Um ihm zu helfen, ging er sofort durch die Büsche und machte sich auf den Waldweg.
Manchmal schützt uns das Ertragen kleinerer bestehender Probleme vor größeren zukünftigen Übeln. Was nachkommt, ist oft schlimmer als das Alte.