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Der Fuchs und der Drache

Niveau B2 · 354 Wörter

Der Fuchs und der Drache

Es war einmal in einem grünen Tal, wo silberne Bäche plätscherten, ein schlauer, aber neugieriger Fuchs. Dieser Fuchs beschloss, sich ein tiefes und warmes Zuhause zu graben, um sich vor der Kälte des Winters zu schützen. Als er die weiche Erde mit seinen Pfoten aufscharrte und tiefer kam, tat sich vor ihm eine dunkle und geheimnisvolle Höhle auf. Ein helles Licht, das von innen ausströmte, blendete die Augen des neugierigen Fuchses und zog ihn hinein. In der Mitte der Höhle lag auf einem riesigen Schatz aus Gold und wertvollen Steinen ein furchterregender Drache. Der Drache öffnete langsam seine gewaltigen Flügel, brüllte und sah den Fuchs mit Augen an, die Flammen sprühten. Obwohl der Fuchs vor Angst zitterte, versuchte er ruhig zu bleiben, verneigte sich und bat den Drachen um Verzeihung.

„Verzeiht mir, erhabener Drache, mein Ziel ist nicht, Euch zu stören, ich wollte mir nur ein warmes Zuhause bauen“, sagte er. Der Drache besänftigte seinen Zorn ein wenig und donnerte stolz: „Alles Gold unter diesen Erden gehört mir.“ Der kluge Fuchs sah sich um und fragte sich, was dieser gewaltige Reichtum dem Drachen einbrachte. „Nun, was macht Ihr mit so viel Gold, gebt Ihr es aus oder schenkt Ihr es jemandem?“, fragte er. Der Drache schüttelte den Kopf und antwortete: „Ich gebe es nie aus, ich liege nur darauf und bewahre es für immer.“ Der Fuchs hob vor dieser unvernünftigen Lage erstaunt die Augenbrauen. „Was für ein Glück gibt es Euch, einen Reichtum zu hüten, den Ihr nicht ausgebt und nicht genießt?“, fügte er hinzu.

Der Drache hielt einen Augenblick inne, denn niemand hatte ihm zuvor diese tiefe Frage gestellt. Je mehr er nachdachte, desto klarer verstand er, dass ihm das gehütete Gold in Wahrheit keinen Nutzen brachte und dass er sein Leben umsonst vergeudet hatte. Die Last der sinnlosen Wache, die er jahrelang gehalten hatte, sank plötzlich auf die Schultern des Drachen. Der Fuchs aber entfernte sich mit einem tiefen Seufzer langsam aus dieser dunklen Höhle, in der sich der Drache aus Gier selbst eingesperrt hatte. Als er frei ans Tageslicht trat, fühlte der Fuchs, dass die reine Luft über der Erde wertvoller war als jedes Gold. Kein Reichtum, der nicht benutzt und nicht geteilt wird, kann seinem Besitzer wahres Glück bringen. Das Gut der Welt bleibt in der Welt.