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Der Fischerwolf

Niveau C2 · 398 Wörter

Der Fischerwolf

Vor langer Zeit lebte tief in einem flüsternden Eichenwald, in dem silberfarbene Bäche plätscherten, ein listiger Fuchs. Während die eisigen Winterwinde durch das Tal zogen, begann der hungrige Wolf mit dem silbernen Fell den Wald zu durchstreifen, um Nahrung zu finden. Der hungrige Wolf, der ans Ufer des Sees gelangte, beobachtete den Fuchs, der fröhliche Lieder sang und sich an frischen Fischen labte. Dem stolzen Wolf lief das Wasser im Mund zusammen, und er sah mit großem Neid zu, wie mühelos der Fuchs jagte. Der riesige Wolf, der mit langsamen Schritten durch die Büsche glitt, stand plötzlich dicht vor der Nase des Fuchses und knurrte gewaltig. — "O Kleiner, mit welchem Zauber fängst du in diesem einsamen eisigen Wasser so köstliche Fische?", fragte der Wolf. Der Fuchs, der die Augen listig zusammenkniff, verneigte sich mit großer Ehrerbietung und beschloss, den heimtückischen Plan in seinem Kopf auszuführen.

— "Ach, erhabener Wolf, dafür braucht Ihr weder Angel noch Netz", sagte der listige Fuchs. — "Wenn Ihr Euren Schwanz in das eisige Wasser taucht und geduldig wartet, werden sich die Fische einer nach dem anderen an Euer Fell heften", fügte er hinzu. — "Wenn Ihr Schmerz und Schwere spürt, rührt Euch ja nicht, denn das zeigt, dass die Fische sich vermehren", sagte er. Der ehrgeizige Wolf, der den süßen Worten des Fuchses und seiner verführerischen Überredungskunst naiv glaubte, setzte sich sofort an die seichte Stelle des Flusses. Er tauchte seinen langen und buschigen Schwanz in das klare Wasser in der eisigen Kälte und begann ungeduldig zu warten. Der Nordwind, der in der Nacht immer schärfer wurde, bedeckte die Oberfläche des Flusses mit einer dicken und durchsichtigen Eisschicht. Der Wolf, der den unerbittlichen Schmerz in seinem Schwanz für eine reiche Fischbeute hielt, lächelte stolz und wartete auf den Morgen.

Als der Morgen dämmerte und die Sonne die verschneiten Hügel erhellte, versuchte der Wolf sich aufzurichten, um sein gewaltiges Glück herauszuziehen. Doch als er bemerkte, dass sein Schwanz vollständig im Eis vergraben und eingeschlossen war, begann er entsetzt zu zappeln. Obwohl er mit aller Kraft zog, ließ der gefrorene Fluss seinen Schwanz nicht los, und der Wolf stöhnte vor Schmerz. Gerade da ging der listige Fuchs vergnügt an ihm vorbei, lachte laut und entfernte sich in die Tiefen des Waldes. Der stolze Wolf, der hilflos zurückblieb, bezahlte den Preis seines hungrigen Ehrgeizes und seiner blinden Gier unter Schmerzen im eisigen Wasser. Wer den süßen Worten, die leichten Gewinn versprechen, blind glaubt, ist dazu verurteilt, ein Opfer seiner eigenen Gier zu werden. Ohne Mühe gibt es keinen Segen.