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Der Festtag und der Tag danach

Niveau B2 · 333 Wörter

Der Festtag und der Tag danach

Es war einmal am Rande eines alten Waldes, wo kühle Wasser gurgelten, ein fröhliches Dorf. Ein junger Fuchs namens Alaz, der in der Nähe dieses Dorfes lebte, träumte immer davon, seinen Hunger auf die leichte Schulter zu stillen. Die Dorfbewohner schmückten den Platz mit bunten Stoffen für das große Fest und begannen, leckere Mahlzeiten zu kochen. Der Duft von gebratenem Fleisch und Süßigkeiten, der aus den Kesseln stieg, breitete sich tief im Wald aus. Als Alaz den Duft roch, näherte er sich leise mit funkeldenden Augen dem Dorfplatz und hatte es auf das große Festmahl abgesehen.

Den ganzen Festtag über wurden auf dem Platz Festlieder gesungen und prächtige Bankett-Tische aufgestellt. Alaz schnappte sich die leckeren Bissen, die von den Tischen fielen, und aß ununterbrochen, bis er vollkommen satt war. Ein alter und weiser Dachs näherte sich ihm und sprach eine Warnung mit sanfter Stimme aus. "Heute hast du Spaß in der Aufregung des Festes, aber du solltest auch etwas Essen für morgen aufbewahren", sagte der weise Dachs. Berauscht vom Fest lachte Alaz und ignorierte den wertvollen Rat des Dachses. "Wie sinnlos ist es, an morgen zu denken, während man das Heute genießt", sagte er und spielte weiter.

Die ganze Nacht über lief er um die Bankett-Tische herum und aß und trank bis zum letzten Tropfen seiner Kraft. Selbst als die Sonne unterging und Dunkelheit einbrach, setzte er den Spaß fort, ohne sich um seine Bauchschmerzen zu kümmern. Als er am nächsten Morgen aufwachte, gab es auf dem Festplatz weder fröhliche Musik noch leckeres Essen. Die Dorfbewohner hatten sich in ihre Häuser zurückgezogen und hinterließen nur leere Kessel und kalte Asche, die vom Wind verweht wurde. Mit leerem Magen und vor Erschöpfung krümmend lief Alaz hilflos hin und her und suchte nach Essen.

Wo jedoch bis gestern noch Tische voller Überfluss standen, wehte nun ein rauher Nordwind. Der unverantwortliche Spaß von gestern wich der Erschöpfung und einem unerbittlichen Hunger. Vorübergehende Freuden, die ohne Gedanken an die Zukunft genossen werden, lassen einen Menschen hilflos vor den harten Realitäten des nächsten Tages zurück. Wer süß isst, stoßt bitter auf.