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Der feige Soldat und die Krähen

Niveau A2 · 185 Wörter

Der feige Soldat und die Krähen

Vor langer Zeit lebte ein ängstlicher Soldat am alten Wald. Er trug eine glänzende Rüstung und einen riesigen Schild. Doch sein Herz klopfte schon beim leisesten Wind. Sein Hauptmann schickte ihn zum Hügel hinter dem grünen Tal. Die Sonne glänzte hell, aber die Knie des Soldaten zitterten. Zwischen den hohen Bäumen hörte er plötzlich seltsame Geräusche.

Hinter den dichten Blättern bewegten sich große schwarze Schatten. Die Rufe aus den Zweigen klangen wie Schreie von Feinden. Der ängstliche Soldat versteckte sich hinter dem Schild und schrie. Als die Krähen ihn sahen, krächzten sie noch lauter. Der Soldat dachte, ein großes Heer griff ihn an. Vor Angst ließ er das Schwert fallen und versteckte sich.

Er schloss die Augen fest und wartete sehr lange. Die Zeit verging, aber keine Gefahr kam zu ihm. Langsam öffnete er die Augen und schaute mutig nach oben. Auf dem hohen Ast fraßen nur zwei schwarze Krähen Früchte. Sein schreckliches Heer waren also nur zwei harmlose Vögel. Er hob sein Schwert auf und lächelte über seine Angst. Grundlose Angst macht aus kleinen Dingen ein großes Ungeheuer. Angst ist kein Schutz gegen den Tod.