Der Esel, der das Pferd beneidet
Ein schwacher und müder Esel blickte voller Neid auf ein Kriegspferd mit verzierten Sätteln und reichlichem Futter. Der Esel seufzte: "Ich wünschte, ich wäre wie dieses wertvolle Pferd gesattelt, besonders gepflegt und vom Tragen schwerer Lasten befreit." Schließlich brach ein Krieg aus; das Kriegspferd wurde mit Rüstung ausgestattet und an die vorderste Front der Schlacht getrieben. Als der Krieg endete, sah der Esel das Pferd von Pfeilen verwundet, in Blut stöhnend und verkrüppelt.
Seine Einstellung ändernd sagte der Esel: "Hinter jener appetitanregenden Pracht steckte eine so schwere Qual; mit meiner einfachen Last frei zu leben ist besser." Wer das von außen glänzend aussehende Leben und die Positionen anderer beneidet, sieht nicht die schweren Verantwortungen und Gefahren, die diese Positionen mit sich bringen. Ein einfaches und friedliches Leben ist viel sicherer als gefährlicher Prunk. Mit dem eigenen Zustand zufrieden zu sein und keinen unnötigen Neidgefühlen zu erliegen, ist die Bedingung des Friedens.
Benaide nicht die Pracht anderer, sehne dich nicht danach, ohne die Qual dahinter zu sehen. Was von außen glänzend aussieht, kann innen voller Qual sein. Dankbar für den eigenen Zustand zu sein bringt Frieden. Gefährlichen Prunk zu beneiden ist Unheil.
Lass dich vom Schein nicht täuschen und sehne dich danach. Einfaches Leben ist gefahrlos. Genügsamkeit ist der größte Reichtum.