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Der Dieb und seine Lampe

Niveau B2 · 335 Wörter

Der Dieb und seine Lampe

Es war einmal in den engen Gassen einer alten Stadt, die von hohen Mauern umgeben war, ein gieriger Dieb namens Kaan. Kaan hatte es sich zur Gewohnheit gemacht, die wertvollen Sachen, die die Menschen mit ihrer Arbeit verdient hatten, im Schutz der Dunkelheit der Nacht zu stehlen. Eines Abends drang er heimlich in den prächtigsten Tempel der Stadt ein und hatte eine mit Gold überzogene Zauberlampe im Auge. Er glaubte von Herzen, dass diese hell leuchtende Lampe ihm Glück und Reichtum bringen würde. Er versteckte die Lampe in seiner Tasche und entfernte sich schnell zu seinem dunklen Unterschlupf, ohne von jemandem gesehen zu werden. Zu Hause angekommen, zündete Kaan die gestohlene Lampe sofort an, setzte sich davor und begann sie stolz zu betrachten.

Dann sagte er zur Lampe: „Wenn du mir bei meinen nächtlichen Raubzügen den Weg zeigst, werde ich dir die besten Olivenöle weihen.“ Genau in diesem Augenblick begann die Lampe plötzlich zu flüstern, und ein zitterndes Licht erfüllte das Zimmer. Die geheimnisvolle Stimme der Lampe, die aus der Tiefe kam, begann zu sprechen: „Was für ein unvernünftiger Mann du bist!“ „Ich bin ein hilfloser Gegenstand, der sich nicht einmal selbst vor der Hand eines Diebes wie dir schützen konnte“, sagte sie. „Wie kann eine Lampe, die ihr eigenes heiliges Zuhause nicht schützen kann, dich auf einem verbotenen Weg führen?“, fragte sie. Vor dieser eindrucksvollen Antwort der Lampe wusste Kaan vor Staunen nicht, was er tun sollte, und erstarrte.

Dennoch unterlag er seiner Gier, achtete die Warnung der Lampe nicht und ging in jener Nacht zu einem neuen Raub hinaus. Doch der Schein der gestohlenen Lampe verriet seinen Ort in der pechschwarzen Dunkelheit sofort aus weiter Entfernung. Die Wächter der Stadt bemerkten dieses Licht, das die Nacht erhellte, und nahmen die Verfolgung des Diebes auf. So sehr Kaan auch zu fliehen versuchte, er entkam der Gefangennahme wegen des Lichtes der Lampe, das nicht erlosch, nicht. Während die Wächter ihn in den Kerker warfen, wurde die gestohlene Lampe in seiner Hand in den Tempel zurückgebracht, zu dem sie gehörte. Nichts, was durch Unrecht erlangt wird, bringt seinem Besitzer jemals Frieden und Erfolg. Lügen haben kurze Beine.