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Der Dachs unter den Schweinen

Niveau C2 · 416 Wörter

Der Dachs unter den Schweinen

Es war einmal, am Rand eines alten Waldes, wo kühle Wasser sanft dahinflossen, lebte ein stolzer Dachs. Dieser Dachs war stolz auf den Glanz seines pechschwarzen Fells und fand großes Vergnügen daran, allen um sich herum Unterricht in Anmut zu erteilen. Eines Tages ließen die Düfte von Walnüssen und Früchten, die von dem weiten Bauernhof gleich hinter dem Wald herüberwehten, seine Nase schmerzen. Als er sich der Quelle des Geruchs näherte, sah er staunend eine ganze Herde Schweine, die im Schlamm schwelgte und mit Appetit fraß. Vom Knurren seines Bauches besiegt, legte der stolze Dachs seinen Ekel beiseite und schlich sich unter diese unersättliche Menge. Anfangs hatte er nur vorgehabt, ein wenig von den köstlichen Speisen zu naschen und sofort in die Tiefen des Waldes zurückzukehren. Doch das Festmahl auf der Tafel war so süß, dass er völlig vergaß, wie der Tag verging, und auch den Schlamm auf seinem Fell.

Mit der Zeit kamen dem Dachs die lauten und gierigen Manieren der Schweine überhaupt nicht mehr störend vor. Der alte und weise Jagdhund des Bauernhofs sah ihn von Weitem und rief ihm freundlich warnend zu. "He, Bruder Dachs, was hat ein edles Tier wie du in dieser lauten Herde zu suchen?" Der Dachs aber schüttelte prahlerisch den Kopf und antwortete dem Jagdhund voller Hochmut. "Ich genieße nur diese herrlichen Gaben; ihr Schmutz wird niemals an mir haften." Während sich der Jagdhund mit einem tiefen Seufzer entfernte, hüllte sich die Nacht plötzlich in pechschwarze Finsternis. Genau in diesem Augenblick kam der zornige Bauer, der die Ernte in seinem Garten schützen wollte, mit einem großen Netz in der Hand herbei.

Während die Schweine, die keine Zeit zur Flucht fanden, einander zertrampelten, blieb auch der Dachs in dem riesigen Netz gefangen. Als der Bauer die schädlichen Geschöpfe, die er gefangen hatte, fest verschnürte, begann der Dachs vor Angst zu zappeln. "Lass mich frei, mein Freund, ich gehöre nicht zu diesen schmutzigen Schweinen, ich bin nur ein unschuldiger Bewohner des Waldes!", schrie er. Der Bauer warf dem Dachs einen kalten und erbarmungslosen Blick zu und zog den Knoten des Netzes noch fester. "Nicht das Fell auf deinem Rücken sagt, wer du bist, sondern die Gefährten, neben denen du stehst", sagte der Mann mit Entschlossenheit. "Wenn du ihren Tisch geteilt hast, wirst du gewiss auch ihr Schicksal teilen", sagte er und schleppte sie alle fort. Der Dachs musste den Preis seines Hochmuts und seiner falschen Freundschaften mit Reue in einem dunklen Käfig bezahlen. Die Nähe zu den falschen Leuten ist dazu verdammt, selbst die reinsten Absichten in den Schatten des Schmutzes zu stellen. Wer sich zu den Hunden legt, steht mit Flöhen wieder auf.