Der Bauer und die Schlange
Als ein barmherziger Bauer an einem eisigen Wintertag auf seinem Feld spazierte, fand er am Wegesrand eine Schlange, die kurz vor dem Erfrieren war. Voller Mitleid hob der Bauer die Schlange auf und steckte sie an seine Brust unter den Mantel, damit sie sich erwärmte. Wiederbelebt und erwärmt durch die Körperwärme des Bauern folgte die Schlange ihrer Natur und biss den Bauern mit einem tödlichen Stoß. Als sich das Gift schnell im Körper des Bauern ausbreitete, fiel der barmherzige Mann zu Boden und hauchte seinen letzten Atemzug aus.
Der Bauer starb voller Reue und sagte: "Ich bezahle mit meinem Leben dafür, dass ich Mitleid mit einem undankbaren Geschöpf hatte, dessen Natur böse ist." Undankbare Wesen, deren Natur böse ist, antworten selbst auf große Wohltaten mit Bösem. Barmherzigkeit gegenüber böswilligen Geschöpfen bereitet den Untergang dessen vor, der Barmherzigkeit übt. Es ist nicht weise, einem von Natur aus giftigen Geschöpf Barmherzigkeit zu erweisen.
Einem undankbaren Geschöpf erweist man keine Güte. Füttere eine Krähe, und sie hackt dir die Augen aus. Aus Mitleid entsteht Unheil. Die Freundschaft des Giftigen vergiftet.
Wer seine Natur nicht ändern kann, dem kann man nicht vertrauen. Der Lohn des Undankbaren ist Böses. Barmherzigkeit zum Bösen ist Grausamkeit zum Guten.