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Der alte Hund und der Jäger

Niveau B2 · 392 Wörter

Der alte Hund und der Jäger

Es war einmal am Rand eines alten Waldes, wo kühle Wasser flossen, ein erfahrener Jäger mit seinem treuen Hund. In seiner Jugend lief dieser Hund so schnell wie der Wind und fing selbst das schwerste Wild im Wald meisterhaft. Doch im Lauf der Jahre war sein Fell ergraut, seine Schritte waren langsamer geworden und seine scharfen Zähne hatten ihre alte Kraft verloren. Dennoch war seine Liebe zu seinem Herrn gar nicht geringer geworden, und er hatte nie darauf verzichtet, mit ihm auf die Jagd zu gehen. Der Jäger aber übersah, dass sein Hund alt wurde, und erwartete von ihm immer noch seinen alten Mut und seine Gewandtheit. Während die goldgelben Lichter der Sonne zwischen den Bäumen hindurchglitten, machten sich die beiden wieder zu einer großen Jagd auf den Weg. Nicht lange danach stießen sie zwischen den dichten Büschen auf die Spur eines riesigen Wildschweins.

Der Jäger rief aufgeregt: „Los, mein tapferer Freund, zeig dich und fang dieses Wild!“ Als der alte Hund die Stimme seines Herrn hörte, sammelte er all seine Kraft und stürzte nach vorn. Nach einer erbarmungslosen Verfolgung in den Tiefen des Waldes schaffte er es, das fliehende Tier in die Enge zu treiben. Mit großer Mühe packte er das Wild am Ohr und begann zu warten, dass sein Herr komme. Doch seine Zähne, die alt und schwach wurden, hielten diesem starken Tier nicht länger stand. Der Hund, dessen Kiefer die Kraft verlor, ließ das Wild ungewollt entwischen, und das Schwein verschwand im Wald. In diesem Augenblick geriet der Jäger, der zu dem Hund lief, in Zorn, als er sah, dass das Wild entkommen war.

Der zornige Mann begann, seinen treuen Freund mit harten Worten der Untreue zu beschuldigen. Der alte Hund senkte beschämt den Kopf und sah seinen Herrn mit Augen voller Trauer an. Er ergriff ruhig das Wort und sagte: „Sei mir nicht böse, mein Herr; meine Absicht war nicht, dich zu betrüben, sondern dich glücklich zu machen.“ „Mein Herz ist noch so treu wie früher, doch mein alter Körper gehorcht meiner Kraft nicht mehr.“ „Statt auf meine heutige Schwäche zu sehen und zornig zu werden, denk an die Dienste, die ich dir in meiner Jugend geleistet habe.“ Der Jäger empfand vor diesen sinnvollen Worten eine tiefe Scham, umarmte seinen Hund und bat ihn um Verzeihung. Vergangene Mühe und Treue dürfen wegen der Hilflosigkeit, die das Alter bringt, niemals vergessen werden. Tu Gutes und wirf es ins Meer; wenn der Fisch es nicht weiß, weiß es der Schöpfer.